Helene Fischer


Im Jahre 2007 durfte ich die damals 23-jährige aufstrebende deutsche Schlagersängerin Helene Fischer ("Atemlos durch die Nacht") im Gastgarten eines Wiener Hotel-Restaurants erstmals zum Nachtmahl treffen und interviewen.

In den darauffolgenden Jahren fanden weitere überaus angenehme Gespräche statt. 2013, da war sie längst mit Beinamen wie "Superstar" und "Schlager-Queen" versehen und ihr Leistungsdruck war enorm, sagte ich zu ihr, dass sie auf mich, nach wie vor, einen überaus lockeren Eindruck macht.

Helene Fischer antwortete: "Ich versuche, immer im ,Hier und Jetzt' zu leben und keine negativen Gedanken zuzulassen! Das ist fast ein Gesetz für mich geworden. Natürlich bin ich manchmal wahnsinnig müde und muss mich selbst hochrappeln, damit es ein toller Tag wird. Aber das stellt sich bei mir sehr schnell wieder ein. Morgens brauche ich jedoch meine Zeit, bis ich warm werde."

Ich fragte nach: Wenn ich so manche spekulative Titelseite in deutschen Magazinen über Sie lese, denke ich mir: Wie können Sie, angesichts dessen, einen schönen Tag haben?

Fischer lachte: "Indem ich es einfach ignoriere!"

"Das können Sie ausblenden?", hakte ich nach.

Fischer: "In Deutschland ist wirklich die Hölle los, was das angeht. Man kann sich drüber aufregen, aber ich glaube, ich tu' mir selbst einen Gefallen, wenn ich die Energie darauf nicht verschwende, mir das durchzulesen. Natürlich passiert es mir auch, dass mein Management die Zeitschriften im Büro liegen hat, und ich schau rein. Aber dann steh' ich da, schüttle den Kopf und denke mir: ,Lass es lieber! Lies es nicht!' Ich würde mir auch wünschen, es wäre anders", so Helene Fischer damals.

"Ich versuche, keine negativen Gedanken zuzulassen." – Ein bemerkenswerter Satz von Helene Fischer. Zumal wir wissen:

Das Umfeld, die Einflüsse, denen wir uns (ab einem gewissen Alter mehr oder weniger freiwillig) aussetzen, bestimmen unsere Gedanken.

Aus unseren Gedanken werden Worte. Denn dem Mund kann nur das entweichen; in die Tastatur kann ich nur das einhämmern, was in mir drinnen ist; womit ich meinen Geist gefüttert habe. Es kann uns nur das entweichen, was wir denken – zumindest in einem bestimmten Moment.

Aus unseren Worten werden nicht selten Taten. Jedes Verhalten unsererseits, jede Handlung, jedes ausgesprochene Wort, jede Mimik und jede Geste, aber auch jedes Ignorieren oder Unterlassen (wie etwa das Unterlassen einer Hilfeleistung) kann eine unabsehbare Kettenreaktion an Folge-Ereignissen auslösen, die wir nicht mehr kontrollieren und managen können. – Dies gilt sowohl im positiven als auch im negativen Sinne; im privaten sowie beruflichen, aber auch etwa im gesundheitlichen Bereich.

Doch, sind wir uns dessen; sind wir uns der möglichen Tragweite unseres Seins und Wirkens, tatsächlich bewusst?

Aus unseren Taten werden vielfach Gewohnheiten.

Und aus Gewohnheiten bilden sich oft Wesenszüge wie etwa permanente Unzufriedenheit und eine pessimistische Lebenseinstellung. Was wiederum ins Unglücklichsein, ins Leid, in Krankheiten führen und somit ein Schicksal besiegeln kann.


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