Uschi Glas: "Ich denke jeden Tag an den Tod"

Anlässlich ihres 70. Geburtstags führte ich mein erstes Interview mit der Schauspielerin Uschi Glas. Hier lesen Sie Auszüge daraus:

Frau Glas, was sind die Vorteile des Alters?

Uschi Glas: "Gelassenheit. Die Fähigkeit, Wichtiges vom Unwichtigen zu trennen. Und Sachen machen, die einem selber gut tun." 

Seit 2005 sind Sie mit dem Unternehmensberater Dieter Hermann verheiratet … 

Glas: "Er ist mein Ruhe-Pool. Wir haben uns noch nie gestritten. Wir stimmen komplett darin überein, wie wir die Welt sehen, welche Werte uns wichtig sind, wie man mit seinen Mitmenschen umgeht. Und: Wir haben den gleichen Humor!" 

Uschi Glas mit Ehemann Dieter HermannUschi Glas mit ihrem Ehemann Dieter Hermann
Bild: © Gerald Vukits

Worüber können Sie beide lachen? Etwa über Sitcoms im Fernsehen? 

Glas: "Nein! Mein Mann ist ein schlechter Film- und Fernsehschauer. Da muss ich ihn manchmal zwingen. Ich habe ihn natürlich auch in ,Fack ju Göhte' geschleppt, doch dieser Film hat ihn, genau wie mich, zum Lachen gereizt."

Welche Ihrer bisher über 100 Filmproduktionen und Serien gefällt Ihrem Mann am besten? 

Glas: "Also, ,vor 180 Jahren' hat er mal ,Zur Sache, Schätzchen' gesehen. Danach hat er viel im Ausland gearbeitet; in den USA und in England. Und kennt von meinen Sachen nahezu gar nichts." 

Kaum zu glauben … 

Glas: "Doch es war eigentlich wunderbar, dass ich an einen Menschen gekommen bin, der mich einfach als Mensch sieht und nicht als Schauspielerin. Dadurch haben wir uns sozusagen in einer anderen Weise kennengelernt. Erst im Laufe des Kennenlernens hat er plötzlich irgendwie gedacht: ,Du liebe Zeit! Wer ist jetzt das eigentlich …?' (lacht) Wenn er mich in Verehrung als ,Ikone' betrachtet hätte, wäre mir das gar nicht recht gewesen."

Was wäre Ihnen, wenn es irgendwann einmal soweit ist, lieber: ein schneller Tod oder ein langsames Sterben? 

Glas: "Mein an Lungenkrebs erkrankter Vater konnte sich von der Familie verabschieden, meine Mutter hingegen ist ,einfach gestorben', was  besonders schlimm war. Für denjenigen, der stirbt, ist der plötzliche Tod wahrscheinlich das Bessere. Was mich betrifft, so würde ich mich allerdings eher schon lieber verabschieden wollen. Ich denke jeden Tag an den Tod. Das erschreckt zwar viele Leute, aber ich meine das total positiv. Denn ich finde, man sollte für sich selber jeden Tag so reich und wertvoll gestalten, wie nur möglich. Und nicht mit Hass, Zwietracht oder Missgunst durch die Welt marschieren und sich den Tag verderben. Denn es ist nichts so klar, wie, dass wir alle sterben müssen. Die Uhr tickt für jeden. Jeder Tag ist ein Tag näher am besagten Ende. Man soll sich bewusst machen, dass das Leben viel zu wertvoll ist, als sich mit irgendwelchen Dingen abzutun, die es nicht wert sind."

Haben Sie viele Ratgeber-Bücher zum Thema Glücklichsein gelesen? 

Glas: "Ich glaube, das geht jedem Menschen so: Irgendwann fängst du an, alles zu lesen zu Themen wie: ,Wie geht das Leben?', ,Wo soll man ansetzen?' Also, ich habe darüber natürlich viel gelesen – ohne auf einem esoterischen Trip zu sein. Das Buch ,Selbstbetrachtungen' von Marc Aurel habe ich immer in meinem Auto liegen. Irgendwo schlage ich eine Seite auf und lese irgendetwas von Marc Aurel – was genau passt und mich unterstützt. Das ist etwas ganz Fantastisches."

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