Alexander Bisenz: "Man trainiert die Menschen zu verblöden"

2021 starb der österreichische Kabarettist, Parodist, Maler und Designer Alexander Bisenz im Alter von 59 Jahren. Im Jahr davor erlitt er einen schweren Herzinfarkt. Mein letztes Interview mit ihm führte ich 2016. Hier ein Auszug.

Alexander Bisenz damals: "Ich haben den Eindruck, dass bei uns die Selbstbestimmung, die Selbstverantwortung viel zu kurz kommt. Weil man die Menschen trainiert zu verblöden. Nehmen wir nur das Beispiel Auto: Wir haben einen Bordcomputer, eine Rückfahrkamera und so weiter. Warum bringen sie nicht gleich eine ,Kiste' raus, wo du dich hinten reinlegst mit 3 Promille und sagst: ,Orschloch, fahr' heim!'?"

Über seine Karriere sagte Bisenz einmal: „Mit meiner Konsequenz hätte ich alles werden können: Heiratsschwindler, Scheckbetrüger, Staatsfeind …" Darauf angesprochen, meinte er bei unserem letzten Gespräch:

"Ja. Sicher. Mein Ziel war, Erster zu werden! Doch, ohne Arbeit geht gar nichts. Und dann brauchst du noch sehr viel Glück. Stärker wirst du nur durch die Niederlagen – wenn du es überlebst. Ich habe schon ,Doping' betrieben ­– wenn ich verkühlt war, ließ ich mich mitunter fitspritzen. Mit einem Milky Way und einem kleinen Braunen spielst nämlich keine 25 Auftritte pro Monat vor insgesamt 20.000 Zuschauern ..."

Auf sein künstlerisches Ende angesprochen, meinte Bisenz:

"Ich weiß noch nicht, wann ich aufhöre. Aber ich will nicht mit 90 sabbernd da oben noch irgendeinen Schas dahererzählen. Ohne Bühnenlicht gibt es auch ein Leben. Ich bin zum Beispiel ein leidenschaftlicher Wanderer und Mitglied im Wanderverein der Wanderfreunde Inzersdorf-Getzersdorf (NÖ). Dort sind eher ältere Leute. Der älteste ist 80 Jahre alt. Und dort kann ich mit 54, als starker Raucher, gerade noch mithalten." 

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