Die Qualität der Normalität

Aus unserer "Glücks-Serie"

In den Jahren 2020 und (bisher) 2021 hat der "Coronavirus" viele von uns ziemlich niedergeschmettert. – Gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich.

Die Folgen dieser weltweiten "Jahrhundert-Pandemie" werden wir noch lange spüren. Vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen.

Aber, vielleicht deuten wir dies irgendwie als Zeichen! – Als ein Zeichen, das uns sagen will: 

"Menschenskinder! Es ist höchste Zeit, um nachzudenken, um etwas zu ändern! Und zwar nachhaltig."

Ja, jetzt ist wohl die Epoche, um praktisch alles zu hinterfragen. – Das sogenannte "globale System", unser unmittelbares Umfeld, aber auch uns selbst!

"Hamsterrad", Hektik, Stress, Mobbing, Kummer, Sorgen, vergiftete Umwelt, ungesunde Lebensmittel, sinnloser Höchstleistungsdruck, ... 

... Burnout, Herzinfarkt, Krebs, Tod. 

Stopp! 

Jetzt müssen wir endlich wieder "normal" werden (dürfen)!

Reinhold Messner

Der Südtiroler Reinhold Messner ist international einer der bekanntesten Bergsteiger. Im Jahre 1978 bezwang er, zusammen mit Peter Habeler, den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest – ohne Sauerstoffgerät. 

Als Extrem-Bergsteiger erlebte Messner unheimlich viele Glücks-Momente, die wohl jeder zumindest ansatzweise nachvollziehen kann, der selbst schon einmal einen Berggipfel erklommen hat. Oder zumindest nach einer Seilbahnfahrt am Gipfel stand und ein stolzes Selfie anfertigte. 

Anlässlich seines 70. Geburtstags fragte ich Reinhold Messner im Rahmen eines Interviews, wo er denn in der Natur sein größtes Glücksgefühl erlebt hatte. 

Messner antwortete: "Wenn ich zurückkomme ist dieses Glücksgefühl am allergrößten. Wenn ich aus diesem Gefahrenraum – Lawinen, Steinschlag, Kälte, Sturm – herauskomme und sozusagen in die ersten Schatten der Zivilisation falle, da ist das Glücksgefühl maximal. Das ist wie eine Wiedergeburt."

Ist es denn nicht bemerkenswert, dass Reinhold Messner – trotz einmaliger, außergewöhnlich abenteuerlicher Augenblicke in freier Natur – seine größten Glücksgefühle bei seiner Rückkehr in die Normalität empfand? 

Die Qualität der Normalität sollte demnach nicht unterschätzt werden.

Arzt-Wartezimmer

Wenn Patienten im Arzt-Wartezimmer sitzen und nervös, beunruhigt oder gar mit Schweißperlen auf der Stirn auf ihre Befunde warten, so hoffen sie doch, dass alles (halbwegs) okay ist. – Und dass sie gleich wieder in die Normalität zurückkehren können. – Ohne Angst und ohne weitere Sorgen.

Und gerade in der Corona-Krise haben sich wohl die allermeisten von uns nach "alter", gewohnter Normalität geradezu gesehnt.

Menschen mit dem Hang oder Zwang oder mit der eingeschlichenen Angewohnheit zum Unglücklichsein sind allerdings nicht (mehr) in der Lage zu fühlen, wie gut es ihnen in ihrer Normalität eigentlich geht.

"Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen"
(Johann Wolfgang von Goethe)

Wie gut es ihnen bisher gegangen ist, wissen eher negativ gepolte Menschen bzw. Raunzer in der Regel erst dann, wenn es einmal so richtig "kracht" und das Leben sie mit einem wirklichen Schicksalsschlag konfrontiert. 

– Es ihnen mit der Keule so richtig eins drüberzieht und sie direkt in das Reich der Trauer, der Hoffnungslosigkeit, der totalen Verzweiflung und des tiefen Schmerzes befördert. 

"Ein einziger Schicksalsschlag befreit dich von 1000 Sorgen und Problemen"

Aber wer denkt schon frühzeitig, rechtzeitig um?
Wer denkt schon um, trifft durchaus auch "harte" Entscheidungen und ändert – verbessert – sein Leben, ohne ernsthafter medizinischer Diagnose oder einer anderen tief einschneidenden Erfahrung...?


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