"Herausforderung" Arbeitskollegen

Manche Arbeitskollegen zählen definitiv zu den Störenfrieden des persönlichen Glücks. 

Im Unterschied zu Freunden kann man sich nämlich Arbeitskollegen - genauso wie die eigene Verwandtschaft - nämlich nicht aussuchen. 

Arbeitskollegen, Büro-Kollegen, Abteilungsleiter etc. werden einem in der Regel vorgesetzt. 
Deshalb heißt es ja auch "Vorgesetzte". 

Ich schrieb einen Brief an den Chef eines Unternehmens, mit dem ich zusammenarbeitete. In meinem Schreiben sprach ich ganz offen Probleme an, die es zwischen einem seiner führenden Mitarbeiter und mir gab. Ich dachte: "Das muss jetzt einfach einmal ausgesprochen werden." 

Kurz darauf hielt ich das Antwortschreiben des Chefs in meinen Händen. Und konnte es einfach nicht glauben:

Jeder Silbe dieses Schreibens war zu entnehmen, dass wohl sein Mitarbeiter recht hatte und ich ganz sicher nicht. 

Nun war ich noch mehr verärgert. Ich fühlte mich ohnmächtig und hilflos. Daraufhin konnte ich mehrere Nächte lang nicht schlafen. Ich fühlte mich ungerecht behandelt und hatte eine unglaubliche Wut im Bauch.

Das war vor meiner "inneren Wandlung", im Zuge derer ich beschloss, ganz bewusst glücklicher zu werden.

Damals ließ ich jedenfalls bei einer lieben Bekannten (einer Sängerin) gehörig Dampf ab, indem ich mich bei ihr über meinen Kollegen beklagte. 

Doch sie meinte:

„Gerald, ich verstehe Deinen Zorn und Deine Wut. Aber vergiss eines nicht: Du sollst nicht Gleiches mit Gleichem vergelten! Das hört sonst nie auf! Wenn Du mich um Rat fragst, so würde ich mich auf keinen Fall auf dieselbe schmutzige Stufe stellen, wie der von Dir Angeklagte! Bewahre Dir Deine Liebe, Deinen Stolz und Deine Achtung vor jedem Menschen. Stehe einfach drüber und gehe. Und Du kannst Dir weiterhin in den Spiegel schauen. Lass die Schmutzwäsche! Sie zieht so viele Verletzungen mit sich; Verletzungen für Deine Seele, Verletzungen für andere Seelen. Halte Dich im Zaum! Stell Dich nicht auf die gleiche Stufe, die Du ja verurteilst."

Als ich ihre Zeilen zum ersten Mal las, konnte ich damit überhaupt nichts anfangen. Jetzt, nach meinem inneren Wandel, verstehe ich jedes Wort. 

Heute weiß ich, dass sowohl der Mitarbeiter, um den es damals ging, als auch sein Chef auf einer völlig anderen Frequenz funken als ich. - Und sie somit auf einer völlig anderen Wellenlänge sind. 

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, wirklich wollen, dass ein anderer Mensch Sie versteht, dann müssen Sie wohl oder übel auf jener Frequenz funken, die der andere auch tatsächlich empfangen (und verstehen) kann. Sie müssen seine Sprache sprechen. 

Anderenfalls ist es wohl sinnlos, diese Person weiterhin anzufunken. Denn sie kann Sie einfach nicht verstehen.

Gegebenenfalls müssten Sie dann, nach reiflicher Überlegung, die Kündigung ins Auge fassen und auf den Job verzichten. Denn: 

"Im Zorn zu verharren ist so, als würde man ein glühendes Kohlenstück ergreifen, um einen anderen damit zu bewerfen; wer sich dabei verbrennt, bist nur du selbst.“ (Buddha)

Wer im Berufsleben stand oder steht, weiß: Karriere-Verhinderer und Neider lauern praktisch hinter jedem Eck. Sie haben nichts anderes im Sinn, als sich selbst vor- und die anderen zurückzudrängen. 

Doch, jeder hat Talente – natürlich auch Sie! 
Nur keine falsche Zurückhaltung! 

Ich habe noch keinen einzigen Showstar getroffen, der vor lauter Bescheidenheit gesagt hätte: "Nein, ich gehe nicht auf die Bühne, ich lasse lieber einem Kollegen den Vortritt, denn er ist in Wahrheit viel besser als ich!" 

Das heißt: Stars sind von sich selbst absolut überzeugt! Ganz egal, was berühmte Menschen im Rampenlicht tun, ganz egal, wie erfolgreich sie sind, ganz egal, ob ihre große Zeit bereits längst vorbei ist oder nicht: Sie sind von sich selbst (nach wie vor) unerhört überzeugt! 

Wenn Ihr Herz, wenn Ihnen Ihre innere Stimme einen Weg weist, dann sollten auch Sie darüber nachdenken, ihm zu folgen. - Gleichgültig, was Neider bzw. hauptberufliche Karriere-Verhinderer denken, sagen und tun. 

Es ist schließlich Ihr Leben! 

Gehen Sie Ihren Weg, wenn Sie bereit sind, dafür die Verantwortung zu übernehmen! 

Die Verantwortung im Falle Ihres Erfolges zu tragen, wird Sie keine allzu große Überwindung kosten. Sie müssen allerdings auch bereit sein, die Verantwortung im Falle des Scheiterns zu tragen. 

Vor einer Entscheidung, die ich zu treffen habe, sage ich es mir selbst gerne laut vor: "Ja, das mache ich jetzt. Und dafür trage ich auch die Verantwortung!" 

Allein die Tatsache, dass ich diesen Satz laut ausspreche, macht mich stärker. 

Denn etwas, das ich laut ausspreche, etwas, das mir selbst über die Lippen kommt und ich somit aus meinem eigenen Munde hören kann, erreicht in mir andere Bewusstseinsebenen, als wenn ich mir etwas nur "leise denke". 

Indem Sie sich selbst gegenüber etwas laut aussprechen, gehen Sie einen Pakt mit sich selber ein. 

Um diesen zu untermauern, können Sie sich die Entscheidungen, die Sie getroffen haben, auch selbst ins Gesicht sagen. Und zwar vor einem Spiegel. 

Blicken Sie sich vor einem Spiegel in die Augen und sagen Sie: "Ja, das mache ich jetzt. Und dafür trage ich die Verantwortung!" 

Wahlweise können Sie diesen Pakt mit sich selbst auch in Ihrem Kalender festhalten. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in der Regel relativ kleine Geister, Verhinderer, Pessimisten und Neider gleich zu Beginn behaupten: "Das kannst du nicht!" "Das wird nichts!" "Da hast du keine Chance!"

Menschen, die es in ihrem Leben selbst zu nichts Besonderem gebracht haben, weil sie ihrer wahren Berufung nicht gefolgt sind, wissen eben selbst am besten, wie etwas nicht gelingt. 
In dieser Hinsicht sind sie relativ instinktsicher. 

Weise Menschen wissen jedoch ganz genau, dass der Wille und der Glaube Berge versetzen können. – Sofern die innere Einstellung und das Können desjenigen, der etwas versucht, stimmen. 
Und: Sofern es etwas ist, was anderen Menschen nützt.

Denken Sie doch nur an all' die Entdecker und Erfinder, die zu Lebzeiten belächelt wurden und von deren Leistungen wir sogar heute noch profitieren können. 

All' diese Menschen sind ihren Visionen gefolgt. Trotz aller Unkenrufe und Widerstände. 

Einer meiner ersten Freundinnen habe ich einst erzählt, dass ich als Hobby-Sänger gerne einmal in einem berühmten Club auftreten möchte. - Vor ausverkauftem Haus. Damals war ich 21 Jahre alt. 

Sie hat mich belächelt und ließ mich kurz darauf stehen.

Acht Jahre später stand ich in besagtem Club tatsächlich auf der Bühne und machte meine Show – ohne dafür Miete bezahlen zu müssen - und bei ausverkauftem Haus. 

Auch von einem Auftritt im größten österreichischen Fußballstadion, dem Ernst-Happel-Stadion, das früher "Wiener Praterstadion" hieß, träumte ich. - Dort, wo schon Superstars wie Michael Jackson, die Rolling Stones und viele andere ihre gigantischen Shows abzogen.

Selbstverständlich war mir klar, dass 70.000 Menschen ganz sicher nicht wegen mir ins Stadion kommen würden. Wahrscheinlich wären es nicht einmal 70 gewesen. 

Dennoch fand ich eine Möglichkeit, dort im Vorprogramm zu einem internationalen Fußball-Match aufzutreten. Im ausverkauften Stadion! 

Ein Bekannter, der das Spektakel organisierte und dem gefiel, was ich als "Hobby-Entertainer" machte, verschaffte mir diesen großen Aufritt. 

Mein weiteres Ziel, einmal in einer großen Fernsehshow aufzutreten, habe ich ebenso erreicht, wie jenes, Stars kennen zu lernen. 

Damit möchte ich Ihnen nur kurz aufzeigen, dass Wünsche und Träume absolut realisierbar sind! 

Lassen Sie sich von anderen Menschen nicht dreinreden!

Das bedeutet jetzt nicht, dass Sie in jeder Situation Ihres Lebens mit dem Kopf so stur wie nur möglich in Richtung Wand rennen sollen. Wenn Ihnen bzw. Ihrem Bauchgefühl danach ist, sollen Sie durchaus andere Menschen um deren Meinungen fragen. 

Außerdem empfiehlt es sich, sich mit Kritiken auseinanderzusetzen, Bedenken und Warnungen zur Kenntnis zu nehmen und den eingeschlagenen Kurs gegebenenfalls ein bisschen zu korrigieren. 

Das wiederum heißt jetzt nicht, dass Sie Ihr Ziel aus den Augen verlieren sollten. Es gibt viele Wege, es zu erreichen. Es muss nicht immer alles auf dem direkten, kürzesten Weg geschehen. 

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihrem Auto auf dem Weg von A nach B unterwegs. Plötzlich eine Umleitung, die Sie, wegen einer Baustelle weiter vorne, vom direktesten Weg ans Ziel abbringt. 

Auch hier empfiehlt es sich natürlich, der Umleitung zu folgen, als auf Kurs zu bleiben und volle Power in den Baustellen-Aushub hinunterzurasen. 

Geradezu eine – ich formuliere es positiv – "Herausforderung" für mich sind Menschen, die sich ungefragt zu Wort melden und, von Haus aus, praktisch immer der Meinung sind, dass irgendetwas nicht funktionieren kann. Dass andere es besser können als ich. Dass es so etwas schon längst gibt. Dass ich damit sicher keine Chance haben werde. Dass es mir dafür an Talent fehle. Und so weiter. 

Doch die Wahrheit ist wohl, dass nur eine einzige Person auf der ganzen Welt Ihre Karriere verhindern kann. Dabei handelt es sich kurioser Weise um dieselbe Person, die Ihnen alle Möglichkeiten der Welt eröffnen kann: 

Sie selbst! 

Nur Sie selbst können Ihre berufliche Laufbahn verhindern, indem Sie den Negativ-Denkern glauben und den Karriere-Verhinderern nachgeben. - Und letztendlich selbst aufgeben, als einmal mehr aufzustehen. 

Es liegt doch nicht unbedingt an Ihnen, wenn Sie einen heiß begehrten Job nicht bekommen haben. Es liegt nicht an Ihren Fähigkeiten, die dem neuen Posten sehr wohl entsprechen würden. Der Grund, warum Sie den guten Job nicht bekommen haben, ist möglicherweise der, dass eine andere Person mit dem Chef geschlafen hat und Sie nicht! 

Wir können uns ja gar nicht vorstellen, wie viele Karrieren die sogenannte "Besetzungs-Couch", die Protektion und die Freunderlwirtschaft ermöglicht, aber auch verhindert haben! 

Sie sind jemand, der sich vor dem Vorgesetzten nicht auf die Couch legt? 

Sie zählen nicht zu den privaten Golf-Partnern des Chefs?

Sie schmieren Ihrem Chef auch nicht ständig Honig ums Maul? 

Dann könnte es durchaus sein, dass bei der nächsten Beförderung einer anderen Person der Vorzug gegeben wird. 
Sie mögen für den Job zwar wesentlich begabter und qualifizierter sein, aber die andere Person hat es trotzdem geschafft, ihn zu ergattern. – Auf Grund der "Freunderlwirtschaft", wo Arbeitsleistung eine untergeordnete Rolle spielt. 

Am besten ist vielleicht, Sie verlassen diese Firma bei der nächsten sich bietenden Alternative, denn mit Ihrer alten Firma wird es, in wirtschaftlich harten Zeiten, über kurz oder lang wohl sowieso den Bach hinuntergehen.

Um dies etwas zu beschleunigen, könnten Sie Ihr Know-how, Ihre Ideen und Ihre Integrität gleich einer berüchtigten Konkurrenz-Firma anbieten, die Ihre Vorzüge sehr wohl zu schätzen weiß. 

Es bleibt jedem Menschen selbst überlassen, wie er beruflich Karriere macht; ob er bereit ist, dafür seine Selbstachtung zu verlieren und gegebenenfalls über Leichen zu gehen. 

Wenn Sie es jedoch schaffen, Ihren Berufsweg erhobenen Hauptes und ohne schlechtes Gewissen zu gehen, werden Sie letztendlich ein viel glücklicherer Mensch sein. 

Sie werden Ihren beruflichen Herausforderungen mit einer Leichtigkeit begegnen, um die Sie andere beneiden werden. 

Ist es nicht schön, nur mit jenen Personen intim zu werden, mit denen man es möchte? 

Ist es nicht schön, in seiner Freizeit nicht dem über den Golfplatz wackelnden Hintern des Chefs folgen zu müssen? 

Ist es nicht schön, selbstbestimmt zu sein…? 

Heute bin ich über jeden Karriere-Verhinderer froh, mit dem ich es bisher zu tun hatte und der mich – aus welchen Gründen auch immer – nicht wollte! 

Jedes "Nein", jede Form der Ablehnung, die mir widerfuhr, erachte ich rückblickend als Mauer in einem Labyrinth. 
Nach dem Motto: "Hier geht es nicht weiter, Dein Weg soll in eine andere Richtung gehen! Das ist besser für Dich!"

In jüngeren Tagen bewarb ich mich einmal für eine Angestellten-Position bei einem Medium. Ohne entsprechende Protektion hatte ich dort allerdings keine Chance und wurde nicht aufgenommen. Nicht einmal eine Probezeit wurde mir gewährt. 

Jahre später offenbarten sich mir die inneren Strukturen dieses Mediums. – Die dortige Hierarchie mit zum Teil relativ unbegabten Vorgesetzten, die ihre Mitarbeiter mitunter zu Hampelmännern degradierten, hätte ich vermutlich nicht einmal drei Wochen lang ertragen. 

Wir verformen uns, weil wir in dieser Welt, in dieser Gesellschaft, bestehen wollen. 
Doch genau das stürzt viele direkt ins Unglücklichsein...

Zum Inhaltsverzeichnis dieser Serie zum Thema "Glücklich und erfolgreich werden" (von Gerald Vukits) gelangen Sie direkt über unsere Einstiegsseite.


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