Glücklich verzichten (2)

Ich habe ganz bewusst auf ein weiteres, intensives Leben mit Stars und Prominenten verzichtet. 
Und dieser Schritt tut mir wahnsinnig gut.

Auch Sie haben bisher unglaublich viele Dinge selbst in Ihr Leben gelassen. Schönes und weniger schönes. Dies taten Sie bewusst oder unbewusst. 

Mit jeder Zustimmung holen Sie sich etwas in Ihr Leben.

Mit jedem Blickkontakt holen Sie sich etwas in Ihr Leben.

Und dann werden wir die Geister, die wir riefen, nicht mehr (so leicht) los, nicht wahr? 

Aber wir können sie wieder loswerden! 

Um die Antworten des Lebens zu erhalten, muss man allerdings Fragen stellen. Eine der wohl wichtigsten Fragen lautet: "Worauf möchte ich gerne verzichten?" 

Ich habe erkannt, dass der freiwillige Verzicht unglaublich bereichernd sein kann. Ganz ähnlich wie bei Medikamenten kommt es auch im Leben, Tag für Tag, darauf an, die persönlichen "Zutaten" zu dosieren

Das Leben bietet uns eine Fülle an Angeboten, und wir dürfen uns entscheiden: Mit Maß und Ziel – und mit glücklichem Verzicht auf Unnötiges! 

Dass ich zu Hause entrümpelt habe, versteht sich von selbst. 

Ebenso, dass sich meine sozialen Kontakte reduziert bzw. verändert haben. 

Dem Konsumwahn habe ich entsagt; in der Regel kaufe ich nur noch das Nötigste. 

Der medialen Informationsflut weiche ich tunlichst aus.

Mein Handy ist die meiste Zeit abgeschaltet. 

In sozialen Medien verkehre ich äußert selten. 

Die bisherigen Beispiele erachte ich allerdings nur als "Grundausbildung" in Sachen Verzicht. 

Wesentlich spannender wurde es, als ich begann, Pizza ohne Speck, Wurst etc. darauf zu essen. Und ich im Toast nur noch die Hälfe der bisherigen Menge an Käse und Schinken zu mir nahm. 

Wochentags verhängte ich mir selbst ein striktes Alkoholverbot. Nicht einmal ein kleines Bier. Wenn Alkohol, dann nur am Wochenende. 
Kleine Ausnahme: Bei einem "gesellschaftlichen Ereignis" unter der Woche kann auch schon mal angestoßen werden.

Innerhalb eines Jahres habe ich mit dieser Methode, deren Umsetzung mir nicht besonders schwerfiel, immerhin sechs Kilo abgenommen. 
Das ist eine angenehme Begleiterscheinung. Bei einer Körpergröße von 1,83 Meter wiege ich derzeit – je nach Waage – 77 bzw. 78 Kilogramm. 

Ein Bekannter sagte zu mir: "Und? Wegen sechs Kilogramm weniger freust du dich so?" 

"Ja klar!", antwortete ich: "Sechs Kilogramm sind gar nicht so wenig. Hebe doch einmal sechs Kilo Kartoffeln...!" 

Ich verzichte darauf, es jedem recht machen zu wollen und setze mich gewissen Situationen und Menschen erst gar nicht mehr aus. Und zwar aus Selbstschutz. 

Baltasar Gracián meinte: "Es ist falsch, wenn man sich zu Herzen nimmt, was man in den Wind schlagen sollte."

Ich verzichte auf möglichst alles, was mich nicht (mehr) glücklich macht. Denn dadurch werden Kapazitäten frei für das, was mich glücklich macht! 

Dass ich verzichtsbedingt gleichzeitig weniger Geld (für Unnötiges) ausgebe, versteht sich von selbst. 

Und wenn ich es mir recht überlege, fühle ich mich – seitdem ich bewusst verzichte – manchmal wie ein Millionär! 

Ich frage mich – meinen Bauch, mein Herz; was auch immer … – mehrmals am Tag, was ich jetzt, in diesem Augenblick, gerade tun würde, wenn ich, sagen wir, 10 Millionen Euro zur Verfügung hätte. 

Wenn ich mit meinen Kindern plaudere und lache, frage ich mich: "Würde ich das in diesem Moment auch tun wollen, wenn ich Millionen am Bankkonto hätte?"

Ja! 

Wenn ich meine Frau von irgendwo abhole, frage ich mich dasselbe. 

Die Antwort lautet ebenfalls: Ja! 

Wenn wir an einem herrlichen Sommerabend im Garten sitzen und gemeinsam mit unseren Liebsten grillen…? 

Ja! 

Wenn ich in der Natur bin und an einer Rose rieche…? 

Ja! 

Wenn ich abends müde und zufrieden im Bett liege … würde ich das auch tun wollen, wenn ich Millionen Euro am Konto hätte? 

Ja! 

Würde ich als Multi-Millionär nach wie vor eine Pizza pro Woche essen oder gar 18…? 

Ich habe mir eine ganz persönliche Liste mit jenen Dingen und Menschen zusammengestellt, die mich wirklich glücklich machen. Und wissen Sie was? 

Die meisten dieser Dinge sind – ebenso wie meine Lieblingsmenschen – gratis oder kosten gar nicht viel. 

Wenn Sie sich dessen ebenfalls bewusst werden, könnten auch Sie sich wie ein "Millionär" fühlen! Und zwar ab sofort. Ihr ganzes Leben lang...

Zum Inhaltsverzeichnis dieser Serie zum Thema "Glücklich und erfolgreich werden" (von Gerald Vukits) gelangen Sie direkt über unsere Einstiegsseite.