Was mir seelisch geholfen hat…

"Dein Auge kann die Welt trüb oder hell dir machen. Wie du sie ansiehst, wird sie weinen oder lachen."
(Friedrich Rückert) 

Meine innere Einstellung zu gewissen Themen hat sich ziemlich geändert. 
So wollte ich es früher möglichst allen Menschen, mit denen ich zu tun hatte, recht machen. In der Regel auch in meinem Job als sogenannter "Star-Interviewer". 

Doch ist es meistens ein Ding der Unmöglichkeit, einen prominenten Interviewpartner öffentlich in einem äußerst guten Licht strahlen zu lassen, gleichzeitig aber einen spannenden, fesselnden Lesestoff über ihn zu bieten.

Nicht selten war ein Beitrag von mir dem Interviewpartner letztendlich nicht positiv genug, dem Chefredakteur wiederum fehlte es etwas an Dramatik nach dem Motto "Skandale und Affären". 
Beides beschäftigte, beunruhigte und belastete letztendlich mich. 

Im Grunde genommen, befürchtete ich, dass der Promi mir kein Interview mehr gibt und der Chefredakteur keine Aufträge mehr. 
Das führte bis hin zu Existenzängsten. 

Heute ist es mir völlig egal, was andere über mich sagen. Ich weiß, dass ich mein Bestes gebe – wenn ich es geben will.

Seelische Unterstützung habe ich mir damals deshalb gesucht, weil meine Unzufriedenheit immer mehr um sich/mich griff und fast schon unerträglich wurde. 
Dagegen wollte ich etwas tun! 

Dann kam auch noch ein Todesfall im engsten Familienkreis dazu – und jetzt musste ich etwas tun.

Aber was?
Wohin sollte ich gehen? 

Zu einem Psychologen, einem Psychotherapeuten, einem Mentalcoach? Zu einem Lebensberater? 

Der österreichische akademische Mentalcoach, diplomierte Lebens- und Sozialberater sowie bekannte TV-Moderator Wolfram Pirchner, der das Buch "Nur keine Panik – Mein Weg zurück ins Leben" schrieb und selbst unter Panikattacken litt, sagte mir 2014 im Rahmen eines Interviews unter anderem, dass man mit seelischen Problemen "auf keinen Fall zum Ehepartner gehen soll".

Pirchner weiter: Auch nicht zu Verwandten und Freunden! Kurzum: Nicht zu Leuten, die emotional besetzt sind. Denn die sagen dann oft: ,Reiß' dich zusammen!' Doch das ist in diesem Zusammenhang das schlechteste überhaupt! Denn der Laie wirft Panikstörungen, Depressionen und paranoide Vorstellungen gerne in einen Topf. Ich, zum Beispiel, hatte Panikattacken und keine Depressionen, wie oft behauptet wurde. Herauszufinden, wer der richtige Dienstleister ist, ist eines vom schwierigsten. Man kann nur auf gute Mundpropaganda und auf Empfehlungen hoffen, um beim richtigen Fachmann oder bei der richtigen Fachfrau zu landen. Ich selbst habe damals monatelang nicht gewusst, woran ich leide. Geholfen haben mir letztendlich Psychotherapie, Mentaltrainings und phasenweise sogenannte ,Glückspillen'. Es ist keine Schande, seiner Seele helfen zu lassen", so Wolfram Pirchner damals. 

Aufgrund meiner eigenen Neu-Orientierung im Jahre 2017 absolvierte ich zehn Sitzungen bei einem Soziologen und Unternehmensberater, wobei ich mich einer systemischen Unternehmungsberatung unterzog.

Ausgangspunkt dabei ist, dass jeder Mensch die Grundlagen für angemessene Entscheidungen in sich selbst angelegt hat. 
Der systemische Berater beschränkt sich auf Coaching, Anregung und Fragestellungen. 

Es tat mir gut, über mich reden zu dürfen. 
Bisher lebte ich ja davon, andere Menschen zu interviewen und diese reden zu lassen. 

Auch einige Tipps in "Lebenshilfe-Büchern" haben mir unheimlich geholfen!
Es ist kein Geheimnis, dass es alle guten Ansätze, Grundsätze und Tugenden bereits seit Jahrtausenden gibt. Wir müssen sie "nur" noch für uns entdecken, anwenden, verinnerlichen und in unser Leben integrieren. 
Doch genau das ist nicht gerade einfach. Vielleicht ist das sogar eine der größten Herausforderungen und Aufgaben überhaupt!

Außerdem muss man ein bisschen aufpassen… 

So mancher Autor eines Lebenshilfe-Buches rühmt sich mit Leserbriefen, die er erhalten hat. In diesen Leserbriefen steht sinngemäß: "Wahnsinn! Ihr Buch hat mir so sehr geholfen. Seitdem ich es gelesen habe, geht es in meinem Leben wieder aufwärts!" 

Das liest sich zwar ganz gut, aber: 

Wer sagt denn, dass es nicht auch ohne Lesen dieses Buches wieder aufwärts gegangen wäre? 

So manche, fast schon hypnotisch verfasste, Lebenshilfe-Lektüre verführt zwar dazu, in die Esoterik geradezu widerspruchslos und ständig nickend hinein zu kippen, aber dem widerstehe ich zum Beispiel tunlichst. 

Ich meine: Es dürfte schon einen (rechtlichen) Hintergrund haben, warum sich in diversen Lebenshilfe-Büchern, gleich am Buchanfang – allerdings in relativ klein gehaltener Schrift verfasst –, Hinweise finden wie etwa:

… dass die Informationen in diesem oder jenem Buch KEINE medizinische Diagnose oder ärztliche Behandlungen ersetzen. 

… dass die Tipps in diesem Buch KEIN Ersatz für eine vernünftige Finanzplanung sein können. 

… und dass für den sozusagen "unsachgemäßen Gebrauch" der Buchinhalte weder der Verlag, noch der Autor eine Haftung übernehmen. 

Kurzum: Wenn Sie in einem sogenannten Lebenshilfe-Buch sinngemäß lesen: ,Sie müssen sich vom Universum einfach nur Geld wünschen, dann werden Sie auch Geld erhalten. Fühlen Sie sich einfach bereits im Vorhinein so, als ob Sie schon jetzt so richtig reich wären!', dann ist es wohl ratsam, mit der Kündigung am Arbeitsplatz und der Bestellung einer Yacht trotzdem noch etwas zu warten. – Wenigstens solange, bis sich ein entsprechender Zahlungseingang auf Ihrem Bankkonto tatsächlich nachweisen lässt. 

Wenn ich Tipps höre wie: ,Sie müssen sich im Krankheitsfall einfach nur gesund denken!', so würde ich dennoch keine notarielle Erklärung abgeben, künftig auf die sogenannte Schulmedizin gänzlich verzichten zu wollen. 

Denn, wenn ich mir beim bloßen Heimwerken einen angerosteten Nagel in den Finger schlage, aufgrund des plötzlich auftretenden Eigenblutes von der Leiter aus zwei Metern Höhe grußlos direkt auf meinen Kopf knalle und bewusstlos liegen bleibe, so ist es mir ehrlich gesagt doch lieber, wenn meine Frau sofort die Rettung ruft, anstatt sich neben mich zu knien und zu beten.

Beim Beten – "Bitte, lieber Gott, hilf'! – verhält es sich für mich mitunter so ähnlich wie beim Lebenshilfe-Buch:

Wenn eine Sache dann gut ausgeht, so bedanken sich viele beim lieben Gott dafür und behaupten: "Der Herrgott hat mir geholfen." 

Obwohl diese Leute doch gar nicht wissen können, ob eine Sache nicht sowieso und auch ohne Beten gut ausgegangen wäre. 

Manches geht eben gut aus, manches nicht. 

Wenn sich etwas keineswegs so entwickelt hat, wie wir es uns gewünscht oder wofür wir sogar gebetet haben, so wird gegebenenfalls eben eine Philosophie, ein "tieferer Grund", quasi als "Mascherl" draufgesetzt, was die Gläubigen trotz allem halten soll...

Zum Inhaltsverzeichnis dieser Serie zum Thema "Glücklich und erfolgreich werden" (von Gerald Vukits) gelangen Sie direkt über unsere Einstiegsseite.


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