Schluss mit Star-Interviews "am laufenden Band" 

Ich war 48 Jahre alt, als meine sehr enge Zusammenarbeit mit einem namhaften Verlag, nach rund 25 Jahren – und für mich relativ urlaubsfrei – endete. 

Ich konnte nicht mehr. 
Und der Verlag klammerte auch nicht. 

25 Jahre lang durfte ich Prominente quasi "am laufenden Band" interviewen. 

Doch Berichte über herausragende Banalitäten (neuer Film, neue CD, neue Hose,…) und geradezu unübertreffliche Selbstdarstellungen wollte ich – kollegial, wie ich bin – nun eher doch lieber anderen überlassen. 

Klar gab es in all' den Jahren auch unvergessliche Interview- und Foto-Momente (siehe auch: "Momente mit Promis"): Doch herumgereichte Ruhmreiche wie etwa Udo Jürgens, Helene Fischer, Andreas Gabalier, David Copperfield, Ornella Muti, Niki Lauda, Cesar Millan, Engelbert, Frank Sinatra, "Winnetou" Pierre Brice, Michael Niavarani etc. trifft man nicht alle Tage.
Abgesehen davon, "gingen" immer mehr für mich ganz Große. 

Längst empfand ich – wohl auch aufgrund der vielen Jahre – keine richtige Leidenschaft mehr für diesen oftmals Fließband-Job. 

Mein Akku war ziemlich leer, aber ich wollte meine berufliche Lebensflamme wieder so richtig entzünden!

Also schwenkte ich meinen Scheinwerfer weg von den Stars, weg von sogenannten Prominenten, weg vom roten Teppich. 

Stattdessen beleuchtete ich mehr mein eigenes Inneres. – Um mich selbst, meine nunmehrigen wahren Bedürfnisse näher kennen zu lernen. 

Im Leben geht es letztendlich immer um Entscheidungen. Entsprechend der Entscheidungen, die man getroffen hat, verläuft der eigene Lebensweg. Oft halt. 

"Kapitän des eigenen Schiffes" – der ist man. Aber man muss auch selbst ans Steuer gehen. Und gegebenenfalls gegen den Wind steuern. 

Ich wollte mich eben weitestgehend abwenden von diesem "blendenden" Showgeschäft, dessen "Funktionsweise" meinem Naturell eigentlich nie entsprochen hat. 

Dadurch, dass ich früher Stars treffen und mich offenbar in ihrem Licht ein bisserl mitsonnen lassen wollte, habe ich sicherlich auch Anerkennung von außen gesucht. Und das war schon im Ansatz bedenklich. Denn wer seine eigenen Leistungen selbst zu würdigen weiß, braucht keine Anerkennung von außen. 
Aber es hat ohnehin nur rund 25 Jahre gedauert, bis ich diese "Weisheit" verinnerlicht hatte. 

Davor habe ich mitunter für Geld sogar meine Seele verkauft, zum Beispiel dann, wenn ich Interview-Fragen gegen mein Gewissen gestellt oder in Momenten fotografiert habe, wo es eher nicht angebracht war.

Schließlich – und das war wohl meine Strafe – fühlte ich mich restlos vollgequatscht und beruflich unglücklich. Mir kam vor: Mein bisheriger Job hat meinen Geist ziemlich eingerostet. Der Garten meiner Seele war voll mit Unkraut, dessen Wachsen und Wuchern ich viel zu lange eher außer Acht gelassen hatte. Ich war unachtsam mir selbst gegenüber. Wenn ich in Form war, jagte ein negativer Gedanke den anderen. 

Zunehmend wurde mir bewusst: Erfolge im Äußeren sind überhaupt nichts wert, wenn man damit nicht gleichzeitig auch seine inneren verbuchen kann. – Innere Erfolge wie etwa Zufriedenheit, Dankbarkeit und Glücksgefühle.

Nach all' den Jahren hinter den Kulissen des Showgeschäfts an der Seite von Stars, Prominenten, sogenannten Meinungsmachern usw. sehnte ich mich nach einem sinnvollen (Berufs-)Leben in ziemlicher Einfachheit, heiterer Gelassenheit sowie innerer Harmonie. 

Jedenfalls weit weg von Illusion, künstlichem Licht, Glanz und Glamour, Lug und Trug. 

Ich verspürte den inneren Drang, endlich wieder das Strahlen der einfachsten Dinge des Lebens wahrzunehmen und aus mir selbst zu schöpfen. – Meine wahren Talente hervorzukehren und meine größten Leidenschaften zu leben. – Das, wofür ich innerlich brannte und dessen einstiges Feuer jetzt nur noch Glut war. 

Das Schreiben zählt zwar zu meinen großen Leidenschaften. Allerdings nicht unbedingt das Notieren fremder Worte im Zuge von Interviews mit Leuten, die, aus welchen Gründen auch immer, gerade angesagt sind. (Von wem eigentlich und weshalb…?) 

Ich meine vielmehr das kreative Schreiben, das Schriftstellen, das Komponieren – das Schöpfen! Diese Bestimmung erfülle ich mit Hingabe. Diesbezüglich kenne ich auch keine Grenzen mehr. Und jene Grenzen, die ich mir bislang selbst gesteckt habe, baue ich nun nach und nach ab. 

Die Folge dessen ist ein Gefühl von Freiheit, das höchst inspirierend wirkt. Ich habe mich von Fesseln befreit, neue Steine ins Wasser geworfen, und deren Wellen entstehen nun von ganz allein… 

Was so geschwollen-flockig klingen mag, war und ist allerdings ein ziemlicher Selbsthäutungs-Prozess. Ehrliche Erkenntnisse sind mitunter schmerzhaft. Und der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, ist alles andere als angenehm. 

"Ändere dein Leben!" oder "Ich ändere mein Leben" – das ist sehr leicht dahingesagt. 
Diesen großen Schritt dann tatsächlich selbst zu vollziehen, dabei konsequent zu bleiben und somit auch die Verantwortung für die Folgen zu tragen, macht (zunächst) nicht immer gleich glücklich und auf der Stelle erfolgreich. Im Gegenteil. Es ist ein Umbruch! – Ein Umbruch, aus dem allerdings etwas Neues entsteht…

Zum Inhaltsverzeichnis dieser Serie zum Thema "Glücklich und erfolgreich werden" (von Gerald Vukits) gelangen Sie direkt über unsere Einstiegsseite.


PR | Rufnummern.at | Künstler für Events | Video-Tipps | Ziegelmassivhaus.at

Über Vukits | Kontakt

Impressum, AGBs, Nutzungsbedingungen | Datenschutz/Cookies
Keine Haftung für verlinkte Seiten. Änderungen, Irrtümer, Fehler vorbehalten.
© Alle Rechte vorbehalten: Vukits.com