Die Stadien der Sinnfindung 

Die Menschheit kann erst dann eine bessere werden, wenn sich Millionen, Milliarden Menschen auf der Erde fragen: 

"Wer bin ich? Was will ich wirklich? Wofür brenne ich?"

Derzeit stellen sich diese ganz wichtigen Fragen nur die wenigsten. 

Antworten darauf zu finden, ist eine nicht ganz leichte Übung. Ganz zu schweigen davon, seiner inneren Berufung letztendlich auch konsequent zu folgen. Denn nur das, was man leidenschaftlich gerne macht, macht man wirklich gut. 

Und wenn alle das machen könnten, was sie wirklich gut können, wäre die Welt eine bessere. 

Ich führe hier sieben Stadien der Sinnfindung im Leben an, indem ich sie grob skizziere. 

Stadium 1

Im ersten Stadium lebt man über weite Strecken –Jahrzehnte lang – das Leben anderer und nach deren Erwartungen, Vorstellungen, Vorgaben, Anordnungen, Befehlen. 

Man denkt und handelt im Wesentlichen so, wie es einem im Kindergarten, in der Schule, im Berufsleben, in der Kirche, in der Familie, in Partnerschaften, von politischen Parteien, in Vereinen oder anderen sogenannten "Gemeinschaften" (Gemeinschaften können ganz schön gemein sein…) etc. "gelehrt" wurde. – Und zwar großteils von Laien (!) in Sachen Lebensführung. 

Ängste, falsche Vorstellungen und Vorurteile werden auf die Welt projiziert. 

Doch über weite Strecken kann – aufgrund mangelnder Reife – nichts so recht hinterfragt werden bzw. wird nichts hinterfragt. Man denkt sich: "Alles okay. Alles ist normal so." 

Man nimmt sich auch gar keine Zeit, um nachzudenken und um zu hinterfragen, weil man ja (noch) keinen Grund erkennt. 

Außerdem möchte man geliebt, gelobt und geachtet werden. Also integriert man sich so gut es geht und lebt so wie die anderen im Umfeld. – So wie auch die Laien-Lehrer. 

Stadium 2 

Im zweiten Stadium beginnt man zu zweifeln und somit zu hinterfragen, weil man spürt, dass "im System" irgendetwas nicht stimmt. Oft macht sich bereits in diesem Stadium eine innere Unruhe oder gar eine nachhaltige Unzufriedenheit breit. Vieles, was rundherum abgeht, erscheint als falsch und sinnlos. 

Diese Gefangenschaft in Alltagsgewohnheiten, in der täglichen Routine, im "Hamsterrad" kann sehr lange andauern. Auch aus Angst vor Veränderungen wird das Hamsterrad als "persönliche Komfortzone" erachtet.

Stadium 3 

Man fasst sich ein Herz und macht seine "Zweifel am System", an der Sinnhaftigkeit des gesellschaftlichen Systems publik, indem man sich nahestehenden Personen wie etwa Familienmitgliedern, Freunden oder guten Kollegen anvertraut. 

Das Risiko ist hoch, dass man nun abermals auf Laien in Sachen Lebensführung, persönliches Wachstum, Glücklichsein und Erfolg trifft. 

Die logische Folge dessen ist: Man bekommt völlig falsche und widersprüchliche "Ratschläge" oder die eigenen Empfindungen werden mit Feststellungen wie etwa "Du bist doch verrückt!" oder "Weißt du eigentlich wie gut es dir geht?" zurückgewiesen. 

Man riskiert den Partei- oder Vereinsausschluss bzw. die Entlassung aus dem System. Hat man Glück, wird man tatsächlich ausgeschlossen.

Das System, die Konventionen jedenfalls denken sich – aus reinem Selbsterhaltungstrieb: "Bevor der Zweifler unser System und unsere gesellschaftlichen Normen bricht, brechen wir lieber den Zweifler!" 

Somit erreichen viele Zweifler das nunmehr folgende nächste Stadium erst gar nicht. Denn sie resignieren bzw. fallen in das zweite Stadium zurück, das nun aber noch schmerzvoller zu ertragen ist als zuvor. 

Eine Rückkehr in das allererste "normale" Stadium, in dem man die angeblich so sorgenfreien Leben der anderen lebte, gibt es nun "leider" nicht mehr. 

Dorothy Allison meinte: "Ich würde eher nackt gehen, als den Mantel anziehen, den die Welt für mich gemacht hat." 

Stadium 4 

Der mutige Schritt, der von innerer Stärke zeugt! 

Im vierten Stadium will und muss man einfach auf Sinnsuche, auf Selbstfindung gehen. Der dahingehende innere Antrieb ist nicht mehr zu stoppen. Es scheint so, als ob es anders gar nicht mehr gehen würde. 

Also fasst man sich ein Herz, packt sich am eigenen Schopf und sucht sich Lehrer wie zum Beispiel einen Psychologen, Motivations-Coach oder schmökert in Lebenshilfebüchern und besucht Vorträge zum Thema Glücklichsein und so weiter. 

Wenn man Glück hat, findet man nach einer Weile den für sich Richtigen bzw. die oder das für sich Richtige. Die Lehrerin, der Lehrer bzw. das Lebenshilfe-Lehrbuch muss nämlich die Sprache sprechen, die der Suchende jetzt gerade versteht! 

Doch so einen Menschen oder solch ein "tagesverfassungsaktuelles" Buch unter Tausenden zu finden, so eine "Stecknadel im Heuhaufen", zählt wohl zu den größten Herausforderungen des Lebens! 

Wer einen Glückstreffer landet und fündig wird, darf sich wahrlich glücklich schätzen. 

Stadium 5 

Die in sich selbst reisende Person auf Sinnsuche weiß sehr bald, dass sie nicht nur zuhören und lesen darf. Sie muss das Erfahrene studieren und verinnerlichen!

Beim Buchlesen wird sie Wichtiges unterstreichen und wahrscheinlich ganze Absätze und Buchseiten dick markieren. 

Großartiges, auf einen selbst Zutreffendes, wird mehrmals ganz genau gelesen werden. 

Selbst-Reflexionen und Selbst-Erkenntnisse mögen zwar zum Teil äußerst schmerzhaft sein, sie sind aber der erste Schritt zur Größe! 

Nach und nach fühlt man sich besser und kommt drauf: "Ginge ich diesen Weg ohne ,Lehrer' bräuchte ich dafür 1000 Jahre." 

Stadium 6 

In diesem Stadium wird Gelesenes, Gehörtes und Gesehenes – sofern es einem als gut und nützlich erscheint – in das eigene Leben, in den Alltag, bewusst integriert. 

Bewusst deshalb, weil man sich noch sehr konzentrieren muss, um sein neues Leben mit all' den neuen, letztendlich selbst ausgewählten, Denkmustern, Weisheiten und Übungen zu führen. 

Die bzw. der Studierende weiß, dass sie bzw. er in der Praxis jederzeit wieder in alte Gewohnheiten und Denkmuster zurückfallen kann und tatsächlich auch zurückfällt. 

Da dies jetzt aber oft sofort erkannt wird, ist es ein eher leichtes Spiel, wieder auf den "Pfad der Weisheit" zurückzukehren. – Etwas, das nun immer mehr Menschen auf der Welt Glück und Freude bereitet. 

In diesem Stadium ist – ähnlich wie bei einem Spitzensportler – äußerste Disziplin gefragt. Anderenfalls…, ja… anderenfalls könnten durchaus Selbstbestrafungen in Erwägung gezogen werden. 

Es heißt: Mönche im Himalaya-Hochgebirge stellen sich bereits bei kleinen disziplinären Verfehlungen unter einen eiskalten Wasserfall – und zwar solange, bis sie sich selbst nicht mehr spüren. 

Sollte Ihnen der Weg dorthin zu weit und die beschriebene Strafform nun doch etwas zu heftig sein, könnten Sie Ihre Partnerin oder Ihren Partner um ein, zwei mehr oder weniger sanfte "Peitschenhiebe" in der Art von "Fifty Shades of Grey" anflehen...

Jetzt wurde ich sarkastisch… 

… aber es soll ja geschmunzelt und gelacht werden auf dem Pfad der Selbstfindung. Es soll getanzt und gesungen werden. Bewegung! Hinaus in die Natur! Spielen! Gut, gesund essen! Massieren lassen! Zurück zu Ihrer Ursprünglichkeit und Natürlichkeit! 

Allerdings mit Disziplin und Konsequenz! 

Das ist auch bei Reisen ins Ich ganz wichtig. Also nicht nur einmal im Jahr spazieren gehen, sondern am besten täglich! 
Aber bitte fragen Sie zuvor Ihren Arzt, ob Ihnen das eh nicht schaden würde… 

Stadium 7

Im siebenten Stadium automatisieren sich die Trainingsprozesse allmählich. 

Es ist so ähnlich wie beim Erlernen des Radfahrens: 

Zu Beginn muss man sich noch auf Dinge wie Balance und Koordination konzentrieren, nur um nicht vom Rad zu kippen. Doch nach einiger Zeit läuft alles "automatisch" und man kann am Fahrrad das Eigentliche genießen: die Natur, die körperliche Ertüchtigung, den Spaß an der Sache… 

Im Unterschied zum Radfahren müssen jene, die sich selbst suchen, konsequent weitertrainieren, damit sie sich im Alltag nicht wieder verlieren… – Beziehungsweise um noch besser, noch wertvoller und noch erfüllter zu werden. 

Denn in dieser Hinsicht gibt es ganz bestimmt keine Grenzen. 

*** 

Derzeit ist es leider so, dass eher nur relativ wenige, privilegierte Menschen auf der Erde diesen Weg sehr weit gehen können. In der sogenannten "zivilisierten Welt" setzt er nämlich eine nahezu völlige finanzielle Unabhängigkeit voraus. 

Normalerweise ist man ja angewiesen auf sein Umfeld, das einen ganz gerne ausnützt und manipuliert. Denn, wenn ich kein Geld habe, kann ich mir nichts zu essen kaufen. Um nicht zu verhungern, muss ich wohl arbeiten gehen. Wenn ich arbeiten gehe, mache ich mich allerdings schon wieder abhängig von anderen… 

Wohl kaum jemand geht seinen Weg der Sinnfindung zu Ende. Einfach deshalb, weil es immer Optimierungspotential gibt. 

Also macht es durchaus Sinn, diesen Weg zumindest einzuschlagen und wenigstens ein Stück dieses Weges zu gehen. Der eine kommt weiter, der andere weniger weit. Aber: Man ist sofort in der Spur; was ungemein wichtig ist, denn: 

Der Weg ist das Ziel…

Zum Inhaltsverzeichnis dieser Serie zum Thema "Glücklich und erfolgreich werden" (von Gerald Vukits) gelangen Sie direkt über unsere Einstiegsseite.


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