Renate Holm über Liebe und Demenz

Renate Holm in ihrer Wiener Wohnung
Bild: © Gerald Vukits

Hier lesen Sie einen Auszug eines Interviews, das ich mit der Kammersängerin Renate Holm anlässlich ihres 85. Geburtstags führen durfte.

Frau Holm, wie geht es Ihnen?

Renate Holm: "Ich gebe nach wie vor Gesangsunterricht. Die Überwindung der Bequemlichkeit ist das Geheimnis, den Prozess des Älterwerdens zu verlangsamen. Wer sich Gehen lässt, leitet den Anfang vom Ende ein." 

Als Opernsängerin waren Sie Sie auf der ganzen Welt erfolgreich und sagen mit Stars wie Luciano Pavarotti, José Carreras, Plácido Domingo, Fritz Wunderlich, Rudolf Schock und vielen anderen. 28 Jahre lang begeisterten Sie an der Wiener Staatsoper. Sie wurden verehrt. Was mich interessiert: Waren Sie in jungen Jahren jemand, der mit Männern privat "gespielt" hat?

Holm: "Also, bis 22 war man unberührt. Da gab es überhaupt nichts."

Und dann?

Holm: "Danach war ich mit Männern immer fair. Ich habe nie etwas herausgefordert, und es dann nicht gehalten. Wenn ich mit einem Flirt weit gehe und dann im letzten Moment ,Nein' sage, ist das für meine Begriffe unmöglich und ganz unfair. Ich bin kein spielerischer Typ als Frau. Wenn ich verliebt war, und wenn sich was ergeben hat, dann war das immer für Jahre."

Von 1965 bis 1972 waren Sie verheiratet. Ihr bislang letzter Lebensgefährte, Curd, starb vor elf Jahren, 81jährig. Er litt an Demenz…

Holm: "Zunächst fielen ihm dauernd die Spaghetti von der Gabel. Dann begann er beim Gehen zu schlurfen. Er bekam große Gähn-Anfälle. Diagnostiziert wurden Durchblutungsstörungen im Gehirn. Die verengten Stellen waren inoperabel. Nach und nach wurde er dement."

Was ist für Sie das Wichtigste, was man als Partner, als Angehöriger mit einem demenzkranken Menschen machen kann?

Holm: "Bloß keine Vorwürfe! Ein Arzt riet mir, immer ,Ja ja ja. Prima!' zu sagen und immer drauf eingehen. Als Curd mit mir, obwohl er dazu nicht mehr in der Lage gewesen wäre, nach Paris fliegen wollte, antwortete ich: ,Ja, klar. Aber warten wir doch noch ein bisschen ab.' Seit seinem Tod bin ich jedenfalls allein. Kinder habe ich keine."

Renate Holm auf ihrem Landwohnsitz mit ihrem Esel
Bild: © Gerald Vukits

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