Dolores Schmidinger über Geldnöte, ihr Single-Dasein und Depressionen

Dolores Schmidinger
Bild: © Gerald Vukits

Hier lesen Sie einen Auszug aus einem sehr persönlichen Interview, das ich mit der Kabarettistin und Schauspielerin Dolores Schmidinger ("Ein echter Wiener geht nicht unter") anlässlich ihres 70. Geburtstags führen durfte.

Frau Schmidinger, früher habe ich Sie in einem Haus mit Garten besucht, jetzt wohnen Sie in einer kleinen Wohnung. Warum das? 

Dolores Schmidinger: "Ja weil mir das Haus für 1400 Euro pro Monat zu teuer wurde. Davor hatte ich ein noch größeres Haus, das ich aber wegen Schulden verkaufen musste. Mit Geld konnte ich nie umgehen. Das habe ich nie gelernt. Ich habe zu lange über meine Verhältnisse gelebt. Bis vor kurzem habe ich nie aufs Konto geschaut. Das haben Leute für mich gemacht. Jetzt bin ich halt im Schock… Seit einem Jahr wohne ich nun kleiner und lebe von meiner Pension. Allein 780 Euro zahle ich für die Wohnung, dazu kommt ein altes Leasing-Auto."

Kommen Sie mit Ihrer Pension aus?

Schmidinger: "Nein!"

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?

Schmidinger: "Eine Reise! Ich bin arthritisch und brauche die Hitze. Ich bin dreimal in der Sonne gelegen, und die Arthritis meiner Hände war gleich besser. Am liebsten würde ich im Oktober nach Zypern fliegen. 14 Tage in einem Vier-Sterne-Hotel - das wär’s! Aber ich habe die 2000 Euro nicht." 

Sind Sie Single?

Schmidinger: "Selbstverständlich! Ich will mir keine Körbe holen. Dazu kommt meine komplizierte Erotik, dass ich nur auf Männer stehe, die mich schlecht behandeln. Ich bin froh, dass das vorbei ist. Es ist g’miatlicher jetzt. Verliebt war ich zuletzt vor neun Jahren."

Im Vorjahr waren Sie krank?

Schmidinger: "Ich hab' eine Dauer-Lungenentzündung gehabt. Und ein bissl ,Depri', weil wenig Arbeit. Es war nicht gut voriges Jahr."

Wie finden Sie aus Depressionen heraus?

Schmidinger: "Ich krieg eh eine Medikation. Ich habe ein Dauer-Antidepressivum. Und arbeiten! Arbeiten ist das G'scheiteste. Ich bin ja nicht gewöhnt, nicht zu arbeiten. Und wenn du dann so drinnen hängst, kannst dich zu nichts aufraffen. Wenn dann Arbeit kommt, geht’s mir wieder besser. Depressionen sind eine Krankheit im Hirn. Da treffen sich die Endorphine nicht. Ich sehe das immer so vor mir: Die Glückshormone wollen sich die Hand geben, kommen aber nicht zueinander. Da ist eine Wand dazwischen."

Wo ist die Grenzen zwischen "nicht gut drauf sein" und Depressionen?

Schmidinger: "Das spürst schon. Das kann ich schwer erklären. Eine Depression ist elend. ,Seelisches Zahnweh' würde ich sagen."

Sind Sie manchmal einsam?

Schmidinger: "Nein! Ich habe ja meine Freunde und meine Familie; vier Enkelkinder… Wenn sie mich besuchen, mache ich lustige Sachen mit ihnen: Kino oder so. Ich muss jetzt schauen, dass ich jede Woche ein Enkelkind fix einplane. Aber ich bin nicht die kochende Glucke, die mit den Enkerln Kuchen bäckt. Um Gottes willen! Ich will eine ,coole Alte' sein."

Dolores Schmidinger im Wohnzimmer
Bild: © Gerald Vukits

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