Martina Gedeck: "Ich bin ein bisschen abergläubisch" 

Anlässlich des Kinofilms "Gleißendes Glück" sprach ich mit der Schauspielerin Martina Gedeck. Hier ein Interview-Auszug.

Frau Gedeck, im Film "Gleißendes Glück" begeben Sie sich auf Glücks-Suche, auf Sinnsuche: Als Helene Brindel möchten Sie vor Ihrem gewalttätigen Ehemann Christoph (Johannes Krisch) fliehen und lernen einen von Ulrich Tukur gespielten Glücks-Ratgeber-Autoren kennen. Doch, auch er hat seine Probleme…

Martina Gedeck: "Dieser von Ulrich Tukur dargestellte Autor Eduard E. Gluck ist pornosüchtig! Helene Brindel, die ich spiele, gibt ihm die Möglichkeit, dass er wieder eine normale Beziehung zu einer Frau haben kann."

Was raten Sie einer Frau, die von Ihrem Partner gedemütigt und geschlagen wird?

Gedeck: "Wenn man körperlicher Gewalt ausgesetzt ist, sollte man in jedem Fall gehen. Ich finde, das ist ein dermaßen schlimmer Übergriff. Ich persönlich würde das niemals aushalten. Es gibt natürlich auch die psychische Ebene, die genauso schlimm sein kann. Aus solchen Beziehungen muss man sich lösen."

Was ist der Sinn des Lebens?

Gedeck: "Die Liebe zum Leben ist für mich das Wichtigste. Diese äußert sich in einer Grundstimmung, die ich als Lebensfreude bezeichnen würde. Ich glaube, dass jeder Mensch mit einer Grund-Lebensfreude auf die Welt kommt. Und dass die Lebensfreude die Sehnsucht der Menschen ist."

In dem Regisseur Markus Imboden haben Sie einen Lebensgefährten, und Sie haben einen Beruf, der Ihnen viel Freude bereitet. Sind Sie glücklich?

Gedeck: "Ja! Das möchte ich allerdings nicht zu sehr ausbreiten, weil es mir sonst vielleicht genommen wird. Da bin ich ein bisschen abergläubisch."

Wie äußert sich Ihr Aberglaube? Stichwort: Schwarze Katze… 

Gedeck: (lacht) "Ja! Genau! Schauspieler sind per se abergläubisch. Das kriegt man quasi vererbt. So dürfen wir auf der Bühne nicht pfeifen, weil das angeblich Unglück bringt. Schuhe darf man auch keine auf den Tisch stellen. Daran halte ich mich auch. Und wenn eine schwarze Katze meinen Weg von links nach rechts kreuzt, kann man den Zauber oder Fluch angeblich aufheben, indem man den Weg der Katze dann dreimal kreuzt. Das mache ich ab und zu."

Sie haben schon mit internationalen Stars wie Matt Damon, Robert De Niro, Angelina Jolie und Alec Baldwin gedreht. Bleiben Sie bei solchen Begegnungen cool?

Gedeck: "Natürlich war ich professionell bei der Sache, aber, da war schon auch ein unglaubliches Gefühl dabei und ein bisschen Scheu. Gerade bei Robert de Niro, den ich immer verehrt habe und immer noch verehre. Die Dreharbeiten für den Film ,The Good Shepherd' (,Der gute Hirte'), wo ich mit diesen Kollegen gedreht habe, waren für mich ein ganz besonderer Höhepunkt meiner Laufbahn. Ebenso die Dreharbeiten mit Jeremy Irons für ,Nachtzug nach Lissabon' im Jahre 2012."

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