Elina Garanca: "Ich bin ,die Böse', die den Spaß versaut"

Elina Garanca

Als ihre Kinder noch klein waren, sprach ich mit der Opernsängerin Elina Garanca ausführlich über ihre Kinder...

Frau Garanca, Ihre Mutter war Gesangslehrerin, und als solche zu Ihnen mitunter recht streng. Nun haben Sie und ihr Ehemann, der Dirigent Karel Mark Chichon, zwei gemeinsame Töchter – Cathy (5) und Cristina, die im Jänner drei Jahre alt wird. Sind auch Sie eine strenge Mutter?

Elina Garanca: "Ich bin der ,Sergeant Major' (lacht)! Ich bin jedenfalls strenger als mein Mann. Er verwöhnt die Kinder. Die Mädchen haben ihn um den kleinen Finger gewickelt. Und ich störe meistens in dem Dreieck. Ich bin ,die Böse', die da immer wieder reinstößt und den Spaß versaut (lacht). Ich hoffe nur, dass ich die Stärke, die ich als Frau habe, den Mädchen dann weitergeben kann, wenn sie etwas Ernsteres brauchen. Dass sie dann zu mir kommen. Und keine Angst haben, mit mir etwas zu besprechen, was sie mit einem Mann nicht machen können. Ich bin der Meinung: Väter müssen ihre Töchter verwöhnen. Aber eine gewisse Ordnung gehört auch in die Familie. Wissen Sie, hinter dem stärksten Präsidenten ist immer noch eine stärkere Frau. Und auch das möchte ich meinen Mädchen irgendwie weitergeben."

Fällt es Ihnen denn immer leicht, streng zu sein?

Garanca: "Man wird müde … Immer die Zicke zu sein und zu sagen: ,Nein!', ,Nichts Süßes, erstmal essen!', ,Ordnung bitte!' und so weiter – irgendwann ist das langweilig. Aber ich glaube, das ist einfach die Mutter-Rolle. Die muss ich durchziehen (schmunzelt)."

Ihre Kinder begleiten Sie häufig, wenn Sie und Ihr Mann beruflich verreisen…

Garanca: "Ja. Auch in den vergangenen fünf Wochen waren sie bei uns. Ich bin erschöpft und ausgelaugt. Mein Mann dirigiert, ich singe, dann kommen wir nach Hause und wollen mitunter eine Schonzeit haben. Das geht aber nicht… Jetzt habe ich aber Auftritte in Paris, wohin ich alleine fahre. Diese Zeit werde ich mir ein bisschen für mich nehmen. Ich habe festgestellt: Nur Mutter zu sein, ist mir zu wenig. Aber nur Künstlerin zu sein auch. Wenn ich mit meinen Auftritten zufrieden bin, bin ich auch die bessere Mutter. Und wenn ich eine schöne Zeit mit meinen Kindern verbracht habe, bin ich eine entspanntere Sängerin. Natürlich wünsche ich mir, dass ich das oder das bei meinen Kindern nicht verpasst hätte – so habe ich es nicht gesehen, als meine ältere Tochter ihre ersten Schritte gemacht hat, eben, weil ich weg war. Dennoch glaube ich, dass die Zeit, die mein Mann und ich mit den Kindern verbringen, vielleicht weniger ist, als in anderen Familien, dafür aber vollblutiger, konzentriert und sehr intensiv. Ich meine, ein durchgehend arbeitender Mensch, der geht ja auch und gibt die Kinder um 8 Uhr in den Kindergarten und holt sie um 18 Uhr wieder ab. Danach einkaufen, baden und ab ins Bett. Wir verbringen manchmal vier Tage hintereinander nur mit den Kindern."

Wie reagieren eigentlich Ihre Kinder auf Ihre Gesangskünste?

Garanca: "Mitunter schauen sich mich ein bisschen verwirrt an und fragen sich: ,Warum ist das jetzt so laut?' Wenn ich im Auto Lieder mitsinge, sagt meine ältere Tochter, ich soll nicht singen, weil, sie will singen. So gesehen, ist es mir eigentlich gar nicht erlaubt, im Auto zu singen. Dafür fragen mich meine Kinder, ob ich ihnen abends, zum Einschlafen etwas vorsinge. Dann wollen sie schon ein bisschen meine Stimme hören. Meistens summe ich dann leise ein Wiegenlied ganz nah an ihren Ohren. Zum Beispiel: ,Guten Abend, gut' Nacht'. Das gefällt ihnen."

"Momente mit Promis" (Inhaltsverzeichnis)

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