Dr. Hugo Portisch über die Liebe und den Tod...

Anlässlich seines 90. Geburtstags durfte ich Dr. Hugo Portisch daheim besuchen. Hier lesen Sie Auszüge aus diesem Gespräch...

Österreichs legendärer Journalist und Politik-Kenner Dr. Hugo Portisch in seiner Wiener Wohnung kurz vor seinem 90. Geburtstag am 19. Februar 2017.
Bild: © Gerald Vukits

Herr Dr. Portisch, wie halten Sie sich körperlich fit?

Hugo Portisch: "Unter anderem, indem ich auf meinem Heimfahrrad radle. Das befindet sich allerdings in unserem Haus in der Toskana."

Inwiefern macht sich Ihr Alter bemerkbar?

Portisch: "Wenn meine Frau und ich Berge hinaufkraxeln, geht das heute langsamer als früher." 

Im Mai werden es 68 Jahre, dass Sie mit Ihrer Traudi, einer Buch-Autorin, verheiratet sind. Ihre Frau scheibt auch Gedichte. Hat sie schon einmal eines über Sie geschrieben?

Portisch (lacht): "Nein! Gott sei Dank … Aber Liebesbriefe hat sich mir schon viele geschrieben. Und schreibt sie mir nach wie vor: Zu Weihnachten, zu Neujahr, zum Geburtstag … Ich revanchiere mich dann eigentlich sehr selten. Ich hab' keine Zeit (lacht)."

Aber im Laufe von 68 Jahren haben Sie ihr schon einmal zurück geschrieben?

Portisch: "Jaja, natürlich."

Herr Dr. Portisch, vor fünf Jahren starb ihr Sohn Edgar, nach einer Tropenkrankheit, 61-jährig an einem Herzstillstand. Was hat Ihnen nach seinem Tod am meisten geholfen?

Portisch: "Meiner Frau und mir hat das Wissen geholfen, dass unser Sohn ein wirklich voll erlebtes Leben geführt hat – so jung er war. Er konnte immer das tun, was ihm Freude gemacht hat. Das hielten wir auch für etwas sehr Wichtiges. Er sprach fünf Sprachen, hat gemalt, arbeitete im Europarat als Leiter des audiovisuellen Bereichs in der Pressestelle und entwickelte in Madagaskar ein kleines touristisches Zentrum mit einem Gästehaus, einem Restaurant etc.. Dort erkrankte er leider an einer tropischen Krankheit namens Bilharziose. Die ist in einem französischen Spital in Madagaskar allerdings ausgeheilt worden. Auf seinem Entlassungspapier stand: ,Größtmögliche Schonung'. Doch er fuhr über drei Stunden lang nach Hause, um sich seinen Laptop zu holen. Da starb er an einem Herzstillstand. Am nächsten Tag sollte er zu Freunden auf die Nachbarinsel Réunion reisen, wo er sechs Wochen lang bleiben sollte. Um dort zu arbeiten, brauchte er seinen Laptop…"

Wie ist Ihre Einstellung zum Tod?

Portisch: "Der Tod ist nur einen Lacher wert. Der Tod ist ein Teil des Lebens. Das muss man hinnehmen."

Anm.: Knapp ein Jahr nach diesem Interview starb Hugo Portischs Ehefrau.

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