Hausbau-Tagebuch: Nicht ganz das Schlusswort…

Dieses "Tagebuch" ist, wie bereits gesagt, von Kunden, von "Häuslbauern" geschrieben, die das alles in eigener Praxis zum ersten Mal überhaupt selbst erlebt haben. 

Sollte die eine oder andere Fachfirma nun den einen oder anderen Punkt hier kritisieren, lassen Sie sich dadurch bloß nicht verunsichern! 

Meine Frau und ich haben uns auch insofern viel Geld erspart, indem wir, wie berichtet, die Innenwände selbst verspachtelt, grundiert und ausgemalt haben. Das war natürlich eine ziemliche Arbeit, aber so oft verspachtelt und grundiert man ja auch nicht.

Das Verlegen der Laminatböden war keine große Hexerei – nicht ganz so einfach sind allerdings die Winkel der Abschlussleisten zu verlegen.

Beim Stiegen-Geländer begnügen wir uns zunächst mit einem sicheren und optisch gar nicht so schlechten "Provisorium" aus Holz. 

Als Bodenbelag auf den Stiegen wurden anfangs Teppichreste geklebt. Weil ihr es nicht gefiel, riss meine Frau die Teppichreste sehr bald wieder weg und klebte Linoleum, das sie selbst besorgt und zugeschnitten hatte, als Stufenbelag drauf. Das sieht ganz okay aus. Die Fronten der Treppe wurden mit neutralem Weiß bepinselt. Die Handläufe waren rasch montiert.

Doch 50 Prozent des Glücks im neuen Haus ist für mich nicht das Haus, sondern der Garten!

Ich liebe es, auf unserer Terrasse zu sitzen und zu schreiben. Hinter mir das Haus. Vor mir der Garten. Neben mir meine Frau, die gerade Blumen setzt oder Obst anpflanzt – und sich über den Maulwurf ärgert, der den frisch angelegten Rasen gerade kaputt machen möchte. 

Klar finde auch ich diese braunen Maulwurfhügel optisch nicht besonders reizvoll, aber, was soll man machen? Ist eben so. Das ist die Natur. Wenn Sie wissen, wie man einen Maulwurf – wirklich effizient – bekämpfen kann, ohne ihn dabei zu töten (das darf man bei uns auch gar nicht), dann ersuchen wir Sie höflichst um Ihre Infos! Alles in allem sind das aber alles "Luxus-Sorgen"!

Im Wesentlichen bin ich heilfroh, dass der Hausbau nun vorbei ist, obwohl es mich schon irgendwie noch einmal reizen würde. Denn jetzt wissen wir noch viel besser, wie es geht. Aber wenn, dann nur gemeinsam mit meiner Frau!

Wichtig: Jede angebliche "Kleinigkeit" im Bauvertrag schriftlich – und von beiden Seiten unterschrieben (!) – festhalten!

Selbstverständlich auch die Kosten für die Zuleitungen (Strom, Gas, Wasser, Kanal) von der Grundstücksgrenze zum Haus. Da kann es zu Problemen kommen – zum Beispiel dann, wenn der Kanalanschluss an der Grundstücksgrenze nicht gleich gefunden wird…

Sofern zeitlich möglich, ist es ratsam, sich die schriftliche Zusicherung einer möglichen Wohnbauförderung vor Baubeginn einzuholen.

Bei einem langfristigen Darlehen betonen wir die wichtige Frage der Zins-Deckelung, die Sie Ihrem Geldgeber stellen sollten. Hierbei wird im Vorhinein ein maximaler Zinssatz vereinbart, über den es somit nicht hinausgehen kann.

Bemühen Sie sich in jedem Fall um ein gutes Auskommen mit der Baufirma und mit den Bauarbeitern. Verwöhnen Sie die Arbeiter regelmäßig mit Jausen und Lob. Je gewissenhafter und motivierter gebaut wird, desto besser ist es für Sie.

Beauftragen Sie gegebenenfalls ruhig eine, im Kostenvoranschlag ähnliche, Installationsfirma, die mit der Baufirma – nicht – „irgendwie verbandelt" ist. Somit könnten Sie wohl eher auf etwaige Mängel hingewiesen werden. 

Bedenken Sie: Die Innen- und Außen-Installationen sind ganz wesentliche Kostenfaktoren bei einem Hausbau. Ich bin überzeugt: Da haben wir etwas zu viel bezahlt.

Versuchen Sie, die Preise nicht all' zu sehr nach unten zu drücken! Denn, was haben Sie denn von einer minderen Qualität? Oder würden Sie einen Qualitätsunterschied gleich bemerken?

Achten Sie auf die Sicherheit auf der Baustelle! Denn, wenn etwas passiert, dann können gegebenenfalls auch Sie zur Verantwortung gezogen werden! Die Baufirma ist nicht automatisch für alles verantwortlich!

Zahlungen immer erst nach Bauabschnitt! Keine Anzahlungen leisten! 

Sollten wir heute noch einmal bauen, würden wir wohl Folgendes anders bzw. noch besser machen:

  • Keine Betontreppe vom Erdgeschoss in das Obergeschoss. Sondern, gleich eine Holztreppe mit Stiegen-Geländer. Hingegen: In den Keller auch weiterhin eine Betonstiege.
  • Klarere vertragliche Festlegung darüber, für welche Zuleitungen die Baufirma und für welche die Installationsfirma zuständig ist.
  • Noch mehr Nachverhandeln bei den kostspieligen Installationen.
  • Weniger Heizkörper im Obergeschoss. Pro Kinderzimmer nur einen (!) entsprechenden Wand-Heizkörper.
  • Darauf achten, dass die Blitzschutz-Anlage im Preis inbegriffen ist.
  • Ein größeres Augenmerk auf jene Firma legen, die die Satellitenanlage montiert. Die von uns beauftragte sperrte kurz darauf zu. Und nachher hatten wir dann Probleme mit der Anlage…
  • Hauseinfahrt (Tor, Zufahrt etc.) "von Haus aus" mit einkalkulieren. Ebenso den straßenseitig gelegenen, oft kostspieligeren Zaun, z.B. aus Alu.

Aber, DAS würden wir wohl wieder so machen:

  • Mit Marken-Ziegeln ("für Generationen") bauen.
  • Auf Eigengrund bauen (Was Dir gehört, gehört einfach dir!)
  • Voll-unterkellert bauen (Du brauchst den Stauraum bestimmt!)
  • Mit "Zins-Deckelung" finanzieren (Sicher, ist sicher...)
  • Auf Marken-Fenster und -Außentüren achten (Auch hier zählt die Qualität!)
  • Küche Garten-seitig gelegen (lieber in den Garten zu den Kindern schauen, als auf die Straße zu Fremden).
  • Angenehme Fußbodenheizung im Erdgeschoss sowie im Obergeschoss; Bad, WC. Auf diesen Punkt legte, wie Sie inzwischen erfahren haben, meine Frau höchsten Wert, und es wäre sinnlos, dieses Thema jetzt noch einmal zu hinterfragen.
  • Zwei Badezimmer, zwei WC (davon zumindest ein WC vom Bad räumlich getrennt).
  • Top-Küche "von Haus aus" einkalkulieren (und nicht erst "irgendwann später").
  • Ideen holen im Musterhauspark!
  • Die Terrasse gleich miteinkalkulieren (mindestens 3 Meter "tief") und gleich mitmachen lassen. Glauben Sie mir: Bei den ersten Sonnenstrahlen möchten Sie auf Ihre Terrasse hinaus, dabei aber nicht gleich knöcheltief im weichen Erdreich versinken.
  • Die Gartengestaltung (Rasen, Bäume etc.) bis zum Schluss aufheben. Eine liebevolle Gartengestaltung erfordert nämlich Ruhe. Doch diese Ruhe haben Sie wohl erst dann, wenn das Haus steht, und wenn es innen sauber ist.
  • Ganz egal, welche Firma Sie beauftragen: Fragen Sie, ehe Sie eine Unterschrift leisten, Ihr Herz, Ihr Bauchgefühl! Wenn Ihnen eine Firma irgendwie suspekt ist, dann lassen Sie lieber Ihre Finger davon!

So, jetzt muss ich aber aufhören. Ich muss nämlich noch die Schulaufgaben meiner beiden Kinder begutachten. Und ihnen dann das Abendbrot zubereiten.

Meine Frau …?
Sie wollen wissen, wo meine Frau ist?

Nun, sie malt gerade das Vorzimmer noch einmal aus, da die Wände beim Möbel-Transport etwas verschmutzt wurden.

Soll sie nur machen. Ihr macht’s doch Spaß!

Und wenn ich meiner Frau eine echte Freude bereiten möchte, dann nehme ich sie an der Hand und fahre mit ihr ins nächste Heimwerker-Zentrum. Dort kann sie sich dann einen neuen Hammer oder eine neue Stichsäge kaufen. Oder einen neuen Heidelbeer-Strauch. 

Wissen Sie, meine Frau ist nicht so sehr aus auf Kleider-Shopping, auf teuren Schmuck und auf Nobel-Restaurants. Im Grunde genommen, genügt ihr ein schmuckes Einfamilienhaus mit Fußbodenheizung, Markenküche und Garten.

Und auch ich finde: Am liebsten grille und esse ich jetzt daheim, auf der eigenen Terrasse, im eigenen Garten. Hier ist es so schön, wie sonst nirgends.

Zum Inhaltsverzeichnis dieses "Hausbau-Tagebuches" von Gerald Vukits gelangen Sie mit dem Domainnamen Ziegelmassivhaus.at oder über unsere Einstiegsseite.