Dominic Heinzl: Unser gemeiner Lausbuben-Streich

Dominic Heinzl

Den langjährigen ORF-Gesellschaftsreporter Dominic Heinzl mögen bei Gott nicht alle. 

Ich schon!

Als Baumeister Richard Lugner im Jahre 1997 erklärte, für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten zu kandidieren, lud der österreichische Radiosender Ö3, den Dominic Heinzl kurz davor verlassen hatte, den Stimmenimitator Alexander Bisenz ins Studio ein. 

Auf Sendung rief Bisenz dann bei Richard Lugner an, verstellte seine Stimme, imitierte den ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger und erklärte dem verdutzten Baumeister Lugner öffentlich, ihn bei seinem Bundespräsidentschafts-Wahlkampf unterstützen zu wollen.

Richard Lugner glaubte anscheinend tatsächlich, mit dem Alt-Bundespräsidenten zu sprechen.

Von dieser Sache herzlichst wenig angetan war hingegen der echte, damals noch lebende, österreichische Ex-Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger selbst. Er würde niemals einen Präsidentschafts-Kandidaten unterstützen, erklärte der Alt-Bundespräsident nachher. Außerdem trage sich Rudolf Kirchschläger sogar mit dem Gedanken, gegen Ö3 rechtliche Schritte einzuleiten.

Jetzt trat ich auf den Plan!

Gemeinsam mit Dominic Heinzl wurde die ganze Geschichte für einen Privatsender nun weitergesponnen: Jetzt imitierte nämlich ich Rudolf Kirchschläger und rief, "mit Kirchschläger-Stimme", beim damaligen Ö3-Chef Bogdan Roscic an, um von ihm eine Entschuldigung zu verlangen. 

Dominic Heinzls Kamerateam filmte mit.

Zunächst meldete sich Roscics Sekretärin und sagte: „Der Herr Doktor Roscic ist gerade in einer wichtigen Sitzung."

Daraufhin pfauchte ich, als Kirchschläger, mit zittrig-entschlossener Stimme ins Telefon: "Na, dann holen Sie ihn doch gefälligst heraus!"

Gesagt, getan!

Keine 60 Sekunden später hatte ich tatsächlich den damaligen Ö3-Chef Roscic am anderen Ende der Leitung und unterbreitete ihm in aller Deutlichkeit meine Betroffenheit. Ja, ich hielt dem damaligen Ö3-Chef – als Ex-Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger – sogar eine kleine Moralpredigt!

Roscic gab zur Antwort, dass er für die Bisenz-Parodie auf seinem Sender nichts dafür könne, weil er zu diesem Zeitpunkt gerade im Ausland weilte. Doch meine Kirchschläger-Stimmenimitation nahm er mir offenbar ab.

Ausgestrahlt wurde dieser Beitrag meines Wissens jedoch nie. "Weil sich der Roscic nicht entschuldigt hat", sagte mir Dominic Heinzl später.

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