Maximilian Schell: Mein Handy störte ihn sehr

Maximilian Schell mit seiner Tochter Nastassja (li.) und der TV-Moderatorin Mirjam Weichselbraun.
Bild © Gerald Vukits

Im Herbst 2006 wohnte ich einer Pressekonferenz mit dem inzwischen verstorbenen "Oscar"-Preisträger Maximilian Schell bei. Peinlich: Als er zu erzählen begann, läutete mein Handy. 
Ich zog es aus meiner Tasche, sah auf das Display und drückte ab.
Herr Schell unterbrach seine Erzählung, sah mich an und fragte mich:
"Wer war es denn? Ihre Frau?"
Im ersten Moment wollte ich schlagfertig antworten:
"Nein. Es war Ihre...!“, aber dann traute ich mich lieber doch nicht.

Für mich hatte Maximilian Schell im kleinen Finger mehr Ausstrahlung, Souveränität und Charisma als einige meiner bisherigen Interviewpartner und ich zusammen. So einem Mann kommt man einfach nicht keck. Dem begegnet man lieber demütig und ehrfurchtsvoll. Ich zumindest.

Maximilian Schell formulierte sehr geistreich. Einmal fragte ich ihn, wie es ihm eigentlich gehe, wenn sich seine damals 18jährige Tochter Nastassja verliebe. Und Maximilian Schell gab mir diese wunderbare Antwort. Er meinte:

„Meine Tochter hat die völlige Freiheit, und ich freue mich natürlich, wenn sie mich trotzdem lieb hat. Das mit der Einstellung zum eigenen Vater ist ja ein bisserl komisch: Mit sechs Jahren behauptet das Kind: ,Mein Vater kann alles.' Mit neun Jahren sagt das Kind: ,Mein Vater kann fast alles.' Mit zwölf Jahren: ,Also, alles kann mein Vater wirklich nicht...' Mit 15: ,Eigentlich ist mein Vater ein ziemlicher Trottel.' Mit 18: ,Mein Vater ist ein Volltrottel.' Mit 26: ,Na so blöd ist er eigentlich gar nicht.' Mit 29: ,Wenn ich an den alten Herren denke – na eigentlich ist er ja gar nicht so übel.' Und mit 40 sagt das Kind: ,Wenn ich nur noch mit meinem Vater reden könnt'...'"

Maximilian Schell lernte viele internationale Stars persönlich kennen.
Über Oskar Werner meinte er später: "Er war ein enger Freund. Er wird immer enger, je länger er tot ist... Das ist aber lieb gemeint."

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