Kardinal Franz König über die Zukunft der Kirche

Mit Kardinal Franz König starb im Jahre 2004 die letzte moralische Instanz in Österreich – war zu lesen. Ein Land trauerte.

Kardinal König war ein mächtiger, einflussreicher Kirchenmann. Immer wieder wurde gemunkelt, dass er sogar bei der Wahl von Karol Wojtyla zum Papst Johannes Paul II. ein entscheidendes Wörtchen mitzureden hatte.

Im November 1998 hatte ich die große Ehre, den damals 93-jährigen Kirchenfürsten Kardinal König in seiner Wiener Wohnung zu besuchen.

Dabei sprachen wir auch über die Zukunft der Kirche, über die Zukunft des Glaubens. Und ich finde, das, was Kardinal König damals, im Jahre 1998 sagte, hat heute vielleicht mehr Gültigkeit als je zuvor.

Damals meinte Kardinal König: "Bei uns hat sich eingeschlichen, ,g’scheit' zu reden, schöne Gedanken zu formulieren. Nur meine ich: Der Glaube ist nicht nur eine Sache des Verstandes und des g’scheiten Redens, sondern auch des Herzens. Nur Reden allein ist zu wenig. Es kommt auf ein beispielhaftes Vorbild an. Doch ich glaube, wir reden zu wenig von Vorbildern. Die Mutter Teresa, die hat wirklich vorbildlich gelebt. - In einer Form, die man nur bewundern kann, die nicht alle nachahmen können. An ihrem Grab hat sich offiziell der große Staat Indien verneigt. Der nicht-christliche Staat Indien! Ein Staat des Hinduismus. Aber man sieht, welche Macht von einem einzigen Beispiel ausgehen kann. Wir müssen mit der Zeit gehen, mit den Menschen unserer Zeit leben. Das heißt jetzt aber nicht, alles aufzugeben, was unangenehm ist, und ein Wohltätigkeitsverein zu werden, der andere Leute unterstützt. Schließlich geht es darum, die Botschaft Christi weiterzutragen. Nur: Das in rigoroser Form zu tun, quasi: ,Wenn du das nicht tust, kommst du in die Hölle', ist gegen den Willen Christi, falsch und gegen die Gesetze der Psychologie. Es ist nur in freundlicher Weise, mit allem Verständnis für den Suchenden, für den Fragenden, zu machen."

Im persönlichen Gespräch wirkte Kardinal König so milde, gütig und so harmlos. Fast so wie ein lieber Opa.
Bis heute kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser Mann wohl auch eine entsprechend harte Seite gehabt haben muss, um in der römisch-katholischen Kirche überhaupt eine derartige Karriere machen zu können.

"Momente mit Promis" (Inhaltsverzeichnis)


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