Der Installateur und meine lästige Frau

Ehrlich gesagt: Mir ist es relativ egal, wo genau die Anschlüsse für Waschbecken, Abflüsse, Geschirrspüler, Steckdosen, Lichtauslässe usw. sind. Mir ist wichtig: Der Fernseher muss funktionieren. Und in die Badewanne soll bei Bedarf Wasser fließen.

Doch, meine Frau tickt auch in punkto Installationen etwas anders als ich.

Grob gesprochen, ist meine Frau der blanke Horror für den Installateur!

Ich wette: Nach der Arbeit bei uns wünschen sich sowohl unser Installateur, als auch unser Elektriker zum Geburtstag nur eines: Einen Gutschein für einen Psychiater.

Ein Beispiel: Ganz stolz präsentiert der Installateur sein vollbrachtes Tagwerk im Badezimmer. "Endlich fertig!", schnauft er. Er schwitzt. Er hat schwer gearbeitet; er hat gestemmt. Er hat an diesem Tag körperlich mehr geleistet, als ich in einem ganzen Jahr. Er ist müde und will nun endlich nach Hause: Zu seiner Frau. Zu seinen Kindern. Zu seiner warmen Mahlzeit. Und dann ab in sein Bett.

Doch, meine Frau, dieses lästige "Baustellen-Ungeheuer"? Die steht dicht hinter ihm, schüttelt unzufrieden ihren Kopf; kurzum: "Daumen nach unten."

Diese, meine Frau, sagt Dinge wie: "Sie wissen doch, dass wir einen Doppelwaschtisch haben wollen! Also müssen diese beiden Anschlüsse doch weiter nach links! Und zwar um …" (jetzt holt sie auch noch ihr Maßband hervor) ... um exakt 9,5 Zentimeter. Sonst geht es sich ja rechts, an der Mauer, nicht aus!"

Ich denke mir: "Lieber Installateur, schau' bloß, dass die Anschlüsse halbwegs funktionieren – die Sanitärgeräte werden dann schon irgendwie drauf passen. Notfalls kaufen wir sie eben in Tschetschenien ein."

Aber, meine Frau…?
Sie meckert weiter: "Dieser Licht-Auslass hier ist nicht ganz genau in der Mitte des Kinderzimmers! Der muss um ... einen Moment, bitte …" (jetzt steigt sie sogar auf eine gefährliche Leiter und misst nach) … "dieser Lichtauslass muss um mindestens 15 Zentimeter weiter nach rechts. Wie schaut denn das sonst aus?"

Hätte der Elektriker ein Schwert, würde ich vermutlich einen Torso vorfinden...

Nur: Als dann auch noch eine Korrektur in der Küche gemacht werden musste – und zwar nach dem bereits erfolgten Innenputz –, stand sogar ich sofort auf der Seite meiner Frau! Und zwar vehement nickend. Immer wieder deutete ich auf meine vife Frau und sagte: "Sie hat Recht! Ja, meine Frau hat absolut Recht!"

Ist ja wirklich doof, oder? Zuerst der mühsame Innenputz, und erst danach muss dort abermals aufgestemmt und ein Abzug korrigiert bzw. versetzt werden. Und zwar nur deshalb, weil der Herr Handwerker meiner kolossalen Frau offenbar nicht rechtzeitig GANZ GENAU ZUGEHÖRT HAT!
Was soll denn das bitte? Ist doch unerhört, nicht wahr?

Doch, wir kommen gar nicht dazu, mit unseren Handwerkern zu schimpfen; sie zu rügen oder gar zu beleidigen; geschweige denn, ihnen mit dem Gefängnis zu drohen. Denn, jede Korrektur wird bisher (mehr oder weniger) auf der Stelle durchgeführt.

Wir haben eben einen Fixpreis für die Installationen vereinbart – und dieser darf nicht überschritten werden.

Und, dass meine Frau, nach praktisch jedem Arbeitsschritt des Installateurs, etwa fünf Zentimeter hinter ihm steht, sodass er in seinem Nacken ihren warmen Atem spürt, ist ihr vertraglich keineswegs verboten.

Kleiner Tipp: Könnten Sie auch tun!
Aber vorher Zähne putzen!
Apropos: Putz …

<< Inhaltsverzeichnis * Nächste Folge >>

powered by contentmanager.cc