Helene Fischer: "Ich versuche, keine negativen Gedanken zuzulassen"

Helene Fischer, Gerald Vukits

Im Jahre 2007 durfte ich die damals 23jährige, aufstrebende Schlagersängerin Helene Fischer in einem Wiener Hotel-Restaurant erstmals zum Nachtmahl treffen und interviewen. 

Helene Fischer bei unserem ersten Treffen

An diesem Abend hatten wir fast endlos Zeit, und sie erzählte mir einiges aus ihrem Leben, das in Sibirien begann. 

Auf die Frage "Schmeckt Ihnen Wodka?" antwortete sie lächelnd:

"Ganz ehrlich? Ja! Bei unseren Familienfeiern gehört Wodka unbedingt dazu. Man muss eben viel dazu essen, möglichst Fettes, dann wirkt er nicht so. Meinen ersten Wodka habe ich mit zwölf oder 13 Jahren getrunken. Heute vertrage ich mehr als einen. Es ist aber nicht so, dass ich immer eine Flasche Wodka mit mir herumtrage. Auch vor Auftritten trinke ich natürlich keinen Wodka. Da hätte ich Angst davor, irgendwann einmal ohne Alkohol nicht mehr auf die Bühne gehen zu können. Außerdem ist eisgekühlter Wodka für die Stimme nicht gut."

Helene Fischer bei unserem ersten Treffen

2012 und 2013 etwa, fanden weitere, überaus angenehme Gespräche statt. 2013 war der Interview-Anlass ihre CD "Farbenspiel". Hier ein Gesprächs-Auszug:

Frau Fischer, darf ich Ihnen ein paar Fragen zum Thema Schönheit stellen?

Helene Fischer (schmunzelnd): "Ich spreche sehr gerne mit einem Mann über Beauty …"

Ich mit einer Frau normalerweise nicht… Aber stimmt es, dass Sie sich bei Sauna-Besuchen Honig ins Gesicht schmieren?

Fischer: "Ja, das sind so Hausmittelchen, wenn man nicht so die teuersten oder die tollsten Produkte kaufen möchte. Honig ist für mich eine Art Natur-Allheilmittel. Und das kann man sich auch gerne mal auf die Haut schmieren. Zu Hause mache ich mir gerne Peelings mit Meersalz und Öl, weil ich auch nicht immer alles parat habe. Außerdem denke ich, dass solche Produkte vielleicht sogar noch besser für die Haut sind. Also vorher so ein Peeling, dann so einen schönen Sauna-Gang machen. Und Honig nur aufs Gesicht, oder, wenn man nicht den allzu teuren Honig benutzt, auch auf den ganzen Körper. Honig kann man ruhig auf den ganzen Körper schmieren. Ich finde das gut."

Welche Farbenspiele harmonieren an Ihnen besonders?

Fischer: "Also ich gehe gerne Experimente ein! Von daher kann ich nicht sagen: Das ist eine Farbe, die ich nie trage. – Selbst gelb, wo man sagt: ,Um Gottes Willen, das passt ja zu blond, gerade wenn man hellhäutig ist, ja auch nicht wunderbar' trage ich manchmal. Ich passe mich immer so der Jahreszeit an. Ich finde, im Sommer gehen sowieso alle Farben. Da kann es ganz bunt und auch grell sein. Im Herbst halte ich mich gerne doch ein bisschen bedeckter, weil natürlich auch die Haut ein bisschen heller ist. Da würde ich zu gelb nicht unbedingt raten. Heute habe ich mich zu klassischem Schwarz obenrum entschieden. Meine Hose ist in erdigem Braun gehalten."

Als Künstlerin üben Sie monatelang sehr hart; im Studio, im Zimmer. Und dann sitzt da ein Reporter und fragt Sie nach Äußerlichkeiten. Ist das nicht ein bisschen eigenartig?

Fischer: "Natürlich geht es um das Gesamt-Paket. Die Musik rückt manchmal tatsächlich ein bisschen in den Hintergrund. Aber, ich gebe nicht so viele Interviews. Und Ihre Fragen sind wirklich nicht so schlimm."

Wie werden Sie lieber behandelt: Dass alle vor Ihnen auf dem Bauch liegen oder ganz normal?

Fischer: "Also ich muss sagen: Ich genieße beides! Für mich sind die Momente, die ich auf der Bühne mit meinem Publikum verbringe, meine Highlights. Das ist das schönste überhaupt! Alles, was drum herum passiert, was dazugehört, hat sich entwickelt. Früher habe ich mir nicht gedacht, dass das so arbeitsintensiv ist. Also nicht nur im Fernsehen aufzutreten und ein Liedchen zu trällern. Die eigentliche Arbeit ist ja, eine Tournee vorzubereiten und, genauso, Termine wie heute. Ich mag die Mischung. Doch fürs Tonstudio würde ich mich niemals so zu recht machen. Da sitze ich dort und habe meinen Schlabberlook, meine Wohlfühlsachen an."

Sie machen auf mich nach wie vor einen lockeren Eindruck…

Fischer: „Ich versuche immer im Hier und Jetzt zu leben und keine negativen Gedanken zuzulassen! Das ist fast ein Gesetz für mich geworden! Natürlich bin ich manchmal wahnsinnig müde und muss mich selbst hochrappeln, damit es ein toller Tag wird. Aber das stellt sich bei mir sehr schnell wieder ein. Morgens jedoch, brauche ich meine Zeit, bis ich warm werde."

Wenn ich mir so manche (spekulative) Titelseite über Sie in deutschen Magazinen anschaue, denke ich mir: Wie können Sie angesichts dessen einen schönen Tag haben?

Fischer: "Indem ich es einfach ignoriere (lacht)…"

Das können Sie ausblenden?

Fischer: "In Deutschland ist wirklich die Hölle los, was das angeht. Man kann sich drüber aufregen. Aber ich glaube, ich tu mir selbst einen Gefallen, wenn ich die Energie darauf nicht verschwende, mir das durchzulesen. Natürlich passiert es mir auch, dass mein Management die Zeitschriften im Büro liegen hat und ich schau rein. Aber dann steh‘ ich da, schüttle den Kopf und denke mir: ,Lass‘ es lieber! Lies es nicht!' Anscheinend gehört das zu meinem Beruf dazu. Ich würde mir auch wünschen, es wäre anders. Aber was soll ich machen? So richtig wehren kann ich mich dagegen nicht."

"Momente mit Promis" (Inhaltsverzeichnis)

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