Mein Freund hat sein Haus auf einem Pachtgrund...

Viele Familien könnten – optimistischer Weise – zwar ein schlüsselfertiges Haus irgendwie abbezahlen, aber nicht auch noch zusätzlich ein Grundstück kaufen.

Seit über 30 Jahren kenne ich nun schon den Ernst...

Beim Tennis- und Tischtennis-Spiel hätten wir uns (mit unseren Schlägern) früher mitunter beinahe erschlagen. Beide wollten wir (damals) eben stets gewinnen. Ein Wunder, dass wir unsere wilde Pubertät überhaupt überlebt haben.

99 Prozent unserer Zeit verbrachten wir allerdings in Bier-seliger Freundschaft. 
Durch den Ernst habe ich sogar meine Ehefrau kennen gelernt!
Er beorderte mich zu einer romantischen Garten-Party, zu der ich eigentlich gar nicht hin gehen wollte. Doch dann war sie ebenfalls dort …

Jetzt – fast zehn Jahre später – baut der Ernst (für sich und seine Familie) zufälliger Weise ganz in meiner Nähe! Der Ernst lässt allerdings auf einem Pachtgrund bauen, der einem heiligen Stift gehört. Die Jahrespacht macht bei weitem nicht so viel aus, wie die Finanzierung eines Baugrundes im Eigentum.

Aber natürlich hat ein Pachtgrund auch Nachteile wie etwa: "Gehört nicht mir!"

Da ein Pachtgrund in der Regel aber "finanzierbarer" erscheint, als ein Eigengrund, hat er durchaus ebenfalls seine Berechtigung!
Besonders dann, wenn das Motto gilt: "Ich lebe jetzt – und Punkt!"

Mal ehrlich? Macht es denn (erholungs- oder bräunungs-mäßig) irgendeinen Unterschied, ob jemand vor seinem Haus auf einem Pachtgrund in der Sonne liegt oder auf einem Eigengrund?

Sagen die Kinder etwa: "Nein! Auf dieser Wiese spielen wir nicht, weil: Das ist ein Pachtgrund!"?

Ist das schmucke Eigenheim deswegen hässlicher, nur, weil es auf einem Pachtgrund steht?

Welken die Blumen auf einem Pachtgrund schneller?

Lässt sich der Swimmingpool deswegen nicht füllen?

Trutzt der Garten-Griller, nur, weil er auf einem Pachtgrund angeheizt wird?

Nicht, dass ich jetzt zu einem Pachtgrund dränge, aber: Eine Alternative ist das alle mal!
Andererseits muss man natürlich auch erwähnen:
Binnen, sagen wir, 50 Jahren, gewinnt der Pachtgrund (der mir ja selbst nicht gehört) wohl unheimlich an Wert. – Allerdings für das z.B. heilige Stift, das verpachtet.
Das heißt: Diesen (Pacht-)Grund könnten Kinder (bzw. Enkelkinder) dann "notfalls" nicht verkaufen – weil’s ihnen ja nicht gehört.

Und das errichtete Fertighaus auf dem Pachtgrund? Wie viel ist das bloß in 50 Jahren wert...?

Und, genau das ist der Unterschied zwischen einem Eigengrund und einer Pacht!
Angeblich denkt (und kalkuliert) die Kirche – im Unterschied zu ihren "Schäfchen" – ja nicht in Jahren, sondern in Jahrhunderten.

Andere Menschen jedoch, durchaus auch Gläubige, wollen eben jetzt wohnen…

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