Fußbodenheizung, Teil 2

Wie berichtet, tobte zwischen meiner Frau und mir ein regelrechter Kampf um die Fußbodenheizung. Sie wollte eine. Ich will – nach wie vor – keine. Doch, jetzt ist diese "kleine Ehe-Disharmonie" entschieden!

Wer gewonnen hat, das möchte ich eigentlich gar nicht groß breittreten. Denn das ist ja auch viel zu peinlich – und zwar für mich, den "Herrn im Haus".

Fakt ist: Aus Protest möchte ich diesen beheizten Fußboden im Erdgeschoss (sowie im EG-Bad und WC im Obergeschoss) in meinem ganzen Leben niemals barfuß betreten.

Auf der Wohnzimmer-Couch werde ich niemals sitzen – sondern immer nur liegen. Und zwar mit meinen Füßen auf der Couch.

Wenn ich aufs WC muss, werde ich eben fliegen! Auf das kommt es mir jetzt auch nicht mehr an …

Beim Esstisch werde ich meine Beine unterm Tisch stets hochgezogen halten, nur, um ja nicht den warmen Fußboden, den sich meine Frau eingebildet hat, zu berühren.

Jedoch: Sollte meine Frau, irgendwann einmal, bläuliche Krampfadern auf ihren Beinen bekommen, dann werde ich ihr, an jedem Tage meines Lebens, garantiert ausführlich erklären – WARUM (!) sie die jetzt hat!

Und selbstverständlich werde ich – schon ab dem nächsten Winter – bei jeder sich bietenden Gelegenheit erwähnen, dass es mir, mit der Fußbodenheizung, eigentlich doch ziemlich kalt ist, hier im Wohnzimmer. 

Und wenn meine Frau dann ansetzt, um die Fußbodenheizung demonstrativ auf 46 Grad Plus aufzudrehen, dann hole ich eben die Polizei!
Verdacht auf vorsätzliche Körperverletzung ...
Ich meine, da kann ich ja gleich über glühende Kohlen laufen, nicht wahr?

Nachdem ihrerseits die Entscheidung für eine Fußbodenheizung gefallen ist, habe ich mit meiner Frau im Auto lange Zeit kein einziges Wort gesprochen.
Mindestens fünf Minuten lang.
Glauben Sie mir: Das war verdammt lange – für mich.

Letztendlich habe ich ihr, mit entschlossener Stimme, zugewinselt: "Beim nächsten Mal, wenn wir uns in einem Punkt partout nicht einigen können, gibst aber du nach!"

Ihre Augen waren zwar hinter ihrer schwarzen Sonnenbrille versteckt, aber ihre schmunzelnden Lippen pressten dann doch ein leises "Ja!" hervor. Zumindest habe ich es so verstanden.

Und irgendwie ist es für mich jetzt ein ganz gutes Gefühl, fortan zu wissen, dass mir meine Frau einen ganz, ganz großen Gefallen schuldig ist. Einen Gefallen im Wert einer Fußbodenheizung!

Die ganze Zeit recherchiere ich nun schon im Internet, was meine Frau denn für mich tun könnte. Was sie für mich nun einfach tun müsste …!
Doch auch die Fantasie des Internets scheint mir in dieser heiklen Frage doch ziemlich begrenzt zu sein.

Man mag sich jetzt fragen, warum ich überhaupt nachgegeben habe.
Dafür gibt es exakt zwei Gründe:

Der erste ist der, dass meine Frau zu 100 Prozent signalisierte, dass sie in dieser Frage ganz bestimmt keinen einzigen Millimeter zurückstecken wird. Sie dokumentierte dies einerseits durch ziemlich eindeutige Worte, aber auch durch herablassende Gesten.

Kurzum: Ich hatte das Gefühl, dass sie lieber in unserer 60 Quadratmeter großen Mietwohnung bleibt, als im neuen Haus auf die Fußbodenheizung zu verzichten. Was, ehrlich gesagt, ein gewisses Problem hinsichtlich des aktuellen Baufortschritts und der bereits abgeschlossenen Verträge dargestellt hätte.

Der zweite Grund, warum ich nachgegeben habe, liegt am Installateur!
Der Installateur (Gas, Wasser, Strom, Heizung) hielt bisher immer noch keine Auftragsbestätigung in Händen.
Da er allerdings bereits vor etwa zwei Wochen mit seiner „Basisarbeit“ begann (beginnen musste!), wollte er schön langsam endlich auch einen Auftrag in Händen halten. Und im Zuge dessen musste sich die Kundschaft (konkret: meine Frau und ich) eben schön langsam einig werden, ob sie nun eine Fußbodenheizung im Haus haben möchte, oder eben nicht. 

Da auch ein Installateur disponieren muss, unterschrieb ich. Zwar zögerlich, aber doch. Alles soll ja weiterhin möglichst zügig vonstatten gehen in Punkto Baufortschritt, da uns jeder Monat mehr in unserer bisherigen Mietwohnung rund 450 Euro zusätzlich kostet.

Jetzt steht es zwar 1:0 für meine Ehefrau, aber der Ausgleich fällt bestimmt.
(Hoffentlich ...)

Übrigens: Gerade fällt mir ein, dass es auch noch einen weiteren Grund gibt, warum ich meiner Frau diese Fußbodenheizung ermöglicht habe. Nein, es ist nicht der Überziehungsrahmen auf meinem Girokonto.
Es ist Liebe! 

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