Wer soll beim Hausbau "führen"? ER oder SIE?

Wer soll führen, beim Hausbau? Der angehende Haus-Herr oder die künftige Dame des Hauses?

Wie berichtet, herrscht zwischen meiner Frau und mir, nach wie vor, höchste Unstimmigkeit in Sachen Fußbodenheizung. Sie will eine. Ich hasse sie inzwischen. Gemeint ist nicht meine Frau, sondern die Fußbodenheizung.

Wer also, sollte letztendlich das Sagen haben beim Hausbau? Die höchste Entscheidungs-Gewalt sozusagen?
Er oder sie?
Die Antwort "Beide" ist letztendlich irreal. – Siehe Fußbodenheizung. 

Und wenn mir heute jemand sagt: "Entscheiden sollte der, der das meiste Geld beisteuert", antworte ich: "Das ist ein Blödsinn – weil, irgendjemand muss das Haus ja auch putzen."

Bei meiner Frau und mir war es so, dass bei 95 Prozent aller Fragen – sozusagen "von Haus aus" – grundsätzliche Einigkeit herrschte. Das heißt: Beide wollten wir viel haben und wenig bezahlen. 

Bei weiteren vier Prozent habe eindeutig ich nachgegeben. Kleine Auswahl gefällig?
Ich bekomme keine Eckbadewanne á la Julia Roberts und Richard Gere in "Pretty Woman", weil, laut meiner Frau, eine "normale" Badewanne einfach besser hineinpasst ins Haupt-Badezimmer im ersten Stock. Schließlich müssen dort ja auch noch ein Schminktisch Platz haben sowie ein Wäscheschacht.

Ich bekomme auch keinen super coolen XXL-Fernseher, mit dem ich bei meinen beiden noch verbliebenen Freunden angeben könnte, weil wir ja unbedingt einen Gartenzaun brauchen. 

Wenn es nur nach mir ginge, würde ich, bis auf weiteres, anstelle des Gartenzauns, die kostenlosen, rot-weißen "Achtung-Baustelle!"-Schleifen aus Plastik hängen lassen. Wenn’s den Nachbarn stört, dann soll er sie doch durch Brix-Zäune ersetzen...

Dafür muss unsere gemeinsame Haushaltskasse nun, auf exklusiven Wunsch meiner Frau, teilweise für eine 12.000 Euro teure Küche herhalten – was ich davon halte, konnten Sie bereits lesen. Jaja, der Rückkaufswert ihrer Lebensversicherung war doch nicht so viel, wie sie dachte...
12.000 Euro für eine Kochstelle!!!???
Um dieses Geld könnten wir doch glatt 600 Mal Essen gehen.
Und ich alleine sogar 1200 Mal!

So, und jetzt kommen wir zu jenen Punkten, auf die meine Frau bisher verzichtet hat:
-???
-???
-???
JA!
Das war’s!
Ups? Da stand ja gar nichts …!?
EH NICHT!

Kurzum:
"Komm, Mausi, ich bau‘ dir ein Hausi!" – diese eine (!), ziemlich coole Grundsatzentscheidung wird in der Regel wohl der Mann treffen. Es sei denn, sie hat rund 200.000 Euro auf der "hohen Kante" und ist nun bereit, diese zu teilen. – Was eine vernünftige Frau wohl niemals tun wird.

Detailgetreu Planen und mühsam recherchieren sollte allerdings zu 95 Prozent tatsächlich die Frau!
Wenn er, der Mann, konzentriert fernsieht, kann sie daneben locker Haus-Entwürfe zeichnen.
Wenn er seine Freunde im Gasthaus trifft, kann sie weitere Entwürfe zeichnen.
Wenn er Tennis oder Fußball spielt, dann kann sie...?
Genau!

Die Veto- und Kontrollfunktion wiederum, obliegt einzig und allein dem Manne. Feinfühlige Kommentare wie: "Geh, Schatzi, das ist doch alles ein Blödsinn, was du da gezeichnet hast", sind absolut seine Domäne.

Während er dann joggen geht, kann sie ihre lächerlichen Entwürfe korrigieren und dem selbsternannten Familien-Oberhaupt – also ihm – abermals zur Durchsicht vorlegen. Allerdings erst dann, wenn er geduscht ist, sein Bier zapfte, und von ihr, laut seinen Vorgaben, massiert wurde.

Die knallharten Bau-Verhandlungen mit diversen Verkäufern und Baumeistern führt wiederum natürlich er – allerdings nur dann, wenn sie im kessen Minirock daneben sitzt und charmant lächelt.

Das beste Verhandlungsergebnis wird allerdings dann erzielt, wenn er kurz mal in Richtung Toilette abrauscht und sie dem Verkäufer in dieser Zeit – mal ungestört – in die Augen schauen kann.

Sie darf dann freilich auch als "Bürge" dienen – wenn diverse Finanzierungs-Fragen zu klären sind und dabei herauskommt, dass sein Netto-Einkommen in Wahrheit nicht einmal für den Dachstuhl reicht.

Das heißt: 95 Prozent aller Haus-Entscheidungen trifft sowieso die Frau! Und zwar aus dem einfachen Grunde, weil diese Entscheidungen dem Mann im Prinzip auch vollkommen egal sind.

Mich persönlich haben die Größen von Küchenkästchen, das Material des Stufenbelages oder die Anzahl der Stahlzargen jedenfalls nicht die Bohne interessiert.
Sogar die Eckbadewanne ist mir letztendlich egal – Hauptsache ich habe ein aufblasbares Schwimmbecken im Garten, mit dem ich in der Beliebtheitsskala meiner Kinder um ein paar Prozentpunkte nach oben klettere.

Somit würde ich jetzt nur ganz gerne ein einziges (!) Prozent aller Entscheidungen – im Prinzip ist das nur eine einzige Entscheidung – selbst treffen.
Und zwar jene der Fußbodenheizung ...

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