Hausbau: Das Budget

Wer ein Haus baut, sollte sich vorher ein Budget zu Recht zimmern. Und zwar nicht nur eines für das "Gesamt-Kunstwerk", sondern: Möglichst eines für all' die einzelnen Posten

Zum Beispiel: So viel dürfen die Fenster kosten, soviel die Installationen, so viel die Erdarbeiten, so viel darf der Rohbau kosten, so viel die Fassade etc.. Und wer Wert auf eine Blitzschutz- und Satellitenanlage legt, sollte auch diese Posten mit einkalkulieren.

In der Planungsphase wurde uns vielfach suggeriert: "Kalkulieren Sie zu Ihrem Budget ,sicherheitshalber’ nochmals zehn Prozent dazu."
Ich fragte: "Wofür?"
Die Antwort war: "Für diverses..."
Hm…?
Das erschien mir unlogisch, also wollte ich es nicht.
Außerdem mag ich Bezeichnungen wie "für diverses", "Zusatz-Pauschale" oder "Zuschlag" nicht besonders. 

Meine Frau und ich sind leidenschaftliche Verfechter der (nicht immer einfach zu bekommenden) detaillierten, exakten und vollinhaltlich begründeten Kostenaufstellungen. Wir meinen: Wenn Sie sich heute einen Gebrauchtwagen kaufen, dann kalkulieren Sie wohl auch nicht "sicherheitshalber" zehn Prozent dazu, oder?

Also machten wir es so: Wir Zwei recherchierten wirklich mühsam und gewissenhaft. Zum Beispiel im Internet, das – nach zähen Recherchen - hervorragende, Quellen bietet.
Dann machten wir unser Budget.
Und wir setzten uns (rein hobbymäßig) zum Ziel, letztendlich unter unserem, selbst veranschlagten, Budget-Limit zu bleiben!
Die Faszination: Dies ist uns bisher sogar gelungen!

Unser einstudierter, letztendlich aber höchst überzeugend vorgetragener Standard-Leitsatz: "Liebe Firma! Wenn Sie mit uns dieses Geschäft wirklich machen wollen, dann müssen Sie uns noch mehr Rabatt geben, denn mehr Geld haben wir dafür einfach nicht budgetiert …" – Dieser (teils schlichtweg erlogene) Leitsatz entpuppte sich schließlich als wahre Wunderwaffe! Bisher haben wir uns beim Bauen so viel Geld erspart, dass einige künftige Urlaube gesichert scheinen: Sowohl im Sommer, als auch im Winter.

Die große Verhandlungs-Kunst beim Hausbau liegt allerdings darin, bei diesem "Poker" ungefähr jenen Betrag zu treffen, den die andere Seite gerade noch verkraften kann, ohne depressiv zu werden. – Oder an eine etwaige Konkurs-Anmeldung zu denken. Denn sonst steigt auch die Ihrerseits insgeheim favorisierte Baufirma aus den Verhandlungen mit Ihnen aus. Und dann haben ja Sie nichts davon.
Kurzum: Beide Seiten sollten Kompromisse machen.

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