Andreas Gabalier: Momente mit ihm und mit seiner Familie

Andreas Gabalier

Der Volks-Rock’n’ Roller Andreas Gabalier („I sing a Liad für di“) ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass es wieder aufwärts gehen kann, wenn man ganz unten ist.

Im Rahmen eines Interviews mit mir sprach er erstmals öffentlich über sein tragisches Familien-Schicksal: Sowohl sein Vater Wilhelm, als auch seine Schwester Elisabeth (damals 18 Jahre alt) wählten den Freitod.

Damals stand Andreas Gabalier erst ganz am Beginn seiner musikalischen Karriere. Über seine Schicksalsschläge wollte er öffentlich zunächst gar nicht sprechen. "Ich wollte mir nie nachsagen lassen, dass ich versucht hätte, damit Mitleid zu schinden …"
Doch damals erzählte mir Andreas Gabalier zum ersten Mal: "Der Papa hat sich das Leben genommen. Warum auch immer … Es ist nach wie vor ein Rätsel. Keiner weiß, wieso. Wir waren doch immer eine intakte Familie ... Meine damals 18-jährige Schwester ist mit dem Freitod unseres Vaters überhaupt nicht zurecht gekommen und hat den gleichen Scheiß gemacht."

Diese schrecklichen Ereignisse hat Andreas Gabalier auch in einem berührenden Lied mit dem Titel "Amoi seg’ ma uns wieder" verarbeitet.

"Natürlich haben mich diese Schicksalsschläge geprägt. Für mich war es auch ein Anliegen, in die ganze beschwingte Welt der Volksmusik und des Schlagers wieder einmal erdigere Texte hineinzubringen. Es muss nicht immer alles für den Ballermann und für diverse Après-Ski-Partys geremixt werden", meinte er in einem unserer Interviews im Jahre 2011.

Außergewöhnlich an Andreas Gabalier ist die unglaubliche Ruhe, die er sogar in Stress-Situationen ausstrahlt. Kraft für seinen Job holt er sich beim Wandern – "weil ich mich manchmal ein bisserl nach Einsamkeit sehne, nach ein bisserl Stille. Wo ich gar nichts höre, außer die Natur", sagte er mir 2011. "Mein Handy drehe ich beim Wandern ab. Besonders genieße ich es, in der Abendsonne vom Berg herunterzuwandern. Dann ist es besonders ruhig, und ich bleibe an einem Bacherl noch ein bisserl sitzen und mache mein letztes Packerl Manner-Schnitten auf. Die heile Welt der Natur fasziniert mich. Und ich denke mir, was gerade in den Städten passiert und was sich die Leute dort für einen Stress machen. In stillen Momenten denke ich auch daran, wo meine eigene musikalische Reise noch hingeht. Momentan streut mir ja praktisch jeder Puder auf den Hintern und sagt, wie großartig meine Musik ist. Ich selbst hab' meinen Erfolg noch gar nicht so recht wahrgenommen. Ich sehe es auch gar nicht als Arbeit an, sondern irgendwie als Berufung und auch als Verantwortung meinen Fans gegenüber. Manche Zuhörer bedanken sich für so manch' berührendes Lied weinend bei mir. Da zaubert es mir jedes Mal die Gänsehaut rüber. Wenn ich diese Erlebnisse nun in stillen Momenten Revue passieren lasse, denke ich mir: ,Das ist mehr als Musik.’ Hingegen, ans Geld und was ich mir jetzt alles kaufen könnte, denke ich beim Wandern überhaupt nicht. Vielleicht kommt das noch... Aber derweil mache ich mir darüber überhaupt noch keine Gedanken. Derzeit ist jeder Tag derart verplant bei mir. Vom Aufstehen bis zum Niederlegen ist mein Kopf voll mit Musik und mit neuen Liedern."

Im Frühjahr 2012 startete Andreas Gabalier seine erste Solo-Tournee mit Band. Innerhalb weniger Tage wurden dafür alleine in Österreich über 50.000 Karten verkauft.
Im Mai 2012 wurde in der Wiener Stadthalle vor 12.000 Zuschauern seine erste Live-DVD aufgezeichnet.

Kurz davor wollte ich von Andreas Gabalier wissen, was er denn macht, wenn er, nach einem Konzert, von Hunderten Autogrammjägern umringt ist und ihm darunter ein Mädchen besonders gut gefällt. Gibt er da einem seiner Mitarbeiter ein Zeichen? Quatscht er dieses eine Mädchen vor allen anderen Autogrammjägern direkt an? Oder … was tut er?

Da antwortete mir Gabalier schmunzelnd: „Ich sage zum Mäderl: ,Vielleicht sehen wir uns ja nachher noch, an der Bar …'"

"Andreas, worauf legst du Wert bei einer Frau?", fragte ich weiter.

„Ihr Gesicht muss mir gefallen, ihre Zähne müssen schön sein, und ich habe auch eine Freude mit ein paar Kurven. Eine Gaudi muss ich mit ihr haben können. Der Alltag sollte nicht langweilig werden. Sehr wichtig sind mir auch gute Gespräche auf gleicher Ebene."
(So eine Frau hat er später in der österreichischen TV-Moderatorin Silvia Schneider gefunden.)

Willi Gabalier, Andreas Gabalier

Im Jahre 2012 interviewte ich Andreas zusammen mit seinem älteren Bruder Willi Gabalier, der damals in der ORF-Show "Dancing Stars" als Tanztrainer mitwirkte und 2014 in der RTL-Show "Let’s Dance" den zweiten Platz belegte.

Ich fragte:

Willi, hast du den jüngeren Andreas in die "Damenwelt" eingeführt?

Willi Gabalier (lacht): "Naja, irgendwie schon ... Weil bei meinem Maturaball hat er zum ersten Mal mit mir fortgehen dürfen. Ich war 19 Jahre alt, der Andreas war 16. Das war für die Maturantinnen am Ball natürlich lustig, dass ich meinen kleinen Bruder dabei hatte. Und für den Andreas war es sowieso super. Er hat es sehr genossen, mit den um drei Jahre älteren Mädels fortzugehen. In dieser Nacht waren wir bis in der Früh unterwegs. Das war sein Einstand ins Fort-gehen."

Andreas (schmunzelnd): "Mir hat das voll getaugt! Denn in seiner Klasse haben, außer ihm, nur Mädels die Matura geschafft. Ich, mit meinen 16 Jahren, habe mich damals gleich ganz schwer in eine 19jährige verliebt. Das war ein ganz reizendes blondes Mäderl. Zum Abschied bekam ich von ihr sogar ein festes Busserl … Nur schweren Herzens fuhr ich im darauffolgenden Sommer an den Wörthersee, wo ich zum ersten Mal als Kellner arbeitete. Meine ,Ballkönigin' von damals ist inzwischen verheiratet und Mutter …"

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Im Jahre 2013 durfte ich Andreas Gabalier und seine damals 87jährige, inzwischen verstorbene Oma Maria Knauder interviewen. Hier lesen Sie einen Auszug aus diesem Interview:

Andreas, was bedeutet dir deine Oma Maria?

Andreas Gabalier: "Sie ist die Mama meiner Mama und mein einziger Großeltern-Teil, der noch am Leben ist. Ich glaube, dass sie der wichtigste Mensch in meinem Leben ist. Ich freue mich einfach, dass sie noch so fit ist mit ihren 87 Jahren. Sie betet für mich. Das klingt jetzt sehr kitschig und sehr nach ,Musikantenstadl' und so. Aber, es ist wirklich so. Vor kurzem sollte ich zu einem Konzert von Graz nach München fliegen. Doch da bin ich extra nicht geflogen, sondern ging zu ihr noch Mittag essen und fuhr dann am Nachmittag mit dem Auto zum Konzert."

Frau Knauder, was schätzen Sie am Andreas besonders?

Oma Maria: "Dass er so ein herzlicher Mensch ist und mit beiden Beinen fest am Boden steht. Er kann mir so gut zuhören. Und ich kann ihm alte Lieder vorsingen – darüber kann er sich so freuen. So wie ich mich halt mit seinem Bruder Willi von ,Dancing Stars' immer tanzen sehe ..."

Andreas, was kocht deine Oma für dich?

Gabalier: "Zum Beispiel Wiener Schnitzel oder einen Kaiserschmarren. Wenn sie uns in Graz besucht, gibt es mitunter schon in der Früh Marillenknödeln. Und auf den Weg gibt sie mir noch einen selbst gemachten Lebkuchen mit. – Mit dicken, fetten, großen Schokolade-Stückerln."

Wie hat deine Oma auf deinen Erfolg reagiert?

Gabalier: "Ganz normal! Das ist auch das Schöne: Sie ist mir gegenüber jetzt nicht plötzlich ein Fan, sondern einfach die Oma geblieben. Sie freut sich und hört sich die CDs, glaube ich, täglich an. Zu Weihnachten habe ich ihr einen neuen CD-Player geschenkt, weil ihrer kaputt war. Aber wenn wir uns sehen, plaudern wir eigentlich nur über die Familie. Nur wenn ich reinkomme, begrüßt sie mich mit den Worten: ,Jö, mei‘ Schtar …!' Doch damit ist mein ganzes musikalisches Dasein eigentlich schon wieder abgehakt. Hie und da kommt sie vielleicht noch mit einem Autogrammwunsch, den Nachbars-Kinder bei ihr geäußert haben. Aber dann war’s das. Und das ist das Schöne."

Du hast zwei Brüder: Willi und Toni. Doch stimmt es, dass du Omas Lieblings-Enkerl bist?

Gabalier: "Kann sein … Vielleicht ist das so, weil sie extrem am Opa, an ihrem Mann gehängt ist. Und ich, glaube ich, sein Lieblings-Enkerl war. Der Opa und ich waren bis zu seinem Tod oft gemeinsam jagern. Auch meine Musik hat der Oma einen großen Auftrieb gegeben. Vor fünf, sechs Jahren ist es ihr gesundheitlich schon nicht mehr so gut gegangen. Sie hatte einen Schlaganfall und bekam einen Herzschrittmacher. Aber durch die Musik und auch durch unsere Familien-Schicksalsschläge hat sie sich irgendwie berufen gefühlt, noch da zu sein. Sie bekam wieder einen totalen Kampfgeist und Biss."

Oma Maria: Meine Beziehung zum Andreas ist deshalb so gut, weil er mich so an meinen Mann erinnert. Andreas hatte auch zu seinem Opa immer einen ganz besonderen Bezug. Mein Mann hat ihm das Maipfeiferl-Schnitzen gelernt, aber auch sonst Vieles beigebracht. Er ist mit ihm jagern gegangen, wie mit allen Enkelkindern, und Andreas durfte ihm beim Kerbschnitzen helfen. Mein Mann hat so gerne mit Holz gearbeitet. Schnitzen war seine Leidenschaft in der Pension. Und das hat er weitergegeben."

Andreas, hat deine Oma versucht, dich, deine Brüder und deine Mutter nach den Freitoden deines Vaters und deiner Schwester aufzuheitern?

Gabalier: "Ja, das hat sie! Mit Späßen – oder mit Marillenknödeln, wenn es uns beim Fernsehen um 21 Uhr noch eingefallen ist. Sie versuchte uns eben abzulenken. Ich weiß nicht, ob sie damals wirklich so stark war. Wenn nicht, dann hat sie es verdammt gut gespielt. Natürlich hat sie zwischendurch auch immer geweint. Aber im Grunde genommen war sie die Starke, die immer wieder wochenweise bei uns in Graz war."

Oma Maria: "Die Familie hat mich eben gebraucht. Um sie aufzuheitern, habe ich Lustiges aus meiner Jugendzeit erzählt, von früher halt, was ich mit meinem Mann so alles erlebt habe ... Obwohl, es war für mich selbst schon auch sehr schwer. Ich habe ja auch einen Sohn mit 21 Jahren bei einem Verkehrsunfall verloren – und dann meinen Mann ..."

Was hat dir deine Oma auf deinen Weg mitgegeben, Andreas?

Gabalier: "Sie ist sehr heimatverbunden und bescheiden. Sie ist sehr einfach auf einer Alm aufgewachsen und erlebte auch die Hitler-Zeit mit. Besonders fasziniert mich an ihr, dass sie im Geiste jung geblieben ist. Mit meinem jüngeren Bruder Toni hat sie nicht nur englische Redewendungen geübt, sondern führt mit ihm auch Schmäh: Die beiden begrüßen sich wie Rapper: Mit der Faust und Fingerzeig hinters Ohr. Sie ist einfach so cool drauf. Ich finde das einfach super großartig, dass sie das mit dem Alter so mitmacht."

Hast du schon ein Lied für deine Oma geschrieben?

Gabalier: "Ja: ,Vergiss die Heimat nie'."

Warnt dich deine Oma vor den Gefahren des Showgeschäfts?

Gabalier: "Nein, überhaupt nicht! Da ist sie so ruhig und so zufrieden. Sie denkt sich: ,Der Bua ist groß genug, der weiß schon, was er tut.'"

Frau Knauder, haben Sie manchmal Angst um den Andreas?

Oma Maria: "Eigentlich nicht, weil ich immer für ihn, wie für alle meine Kinder und Enkelkinder und für die ganze Großfamilie bete. Ich weiß, dass er von oben gelenkt wird, das kann ich spüren. Aber oft habe ich schon Sorge, wenn er so viel mit dem Auto unterwegs ist."

Huberta Gabalier

Im Jahre 2013 führte ich – bei einem Wiener Heurigen bei Kerzenschein –, ein berührendes Interview mit der Mutter von Andreas und Willi Gabalier: mit Huberta Gabalier, die damals 55 Jahre alt war und die sich den Kummer nach dem Tod ihres Mannes und dem ihrer Tochter in Form von Gedichten von der Seele schreibt. Hier lesen Sie einen Auszug aus dem damaligen Interview:

Frau Gabalier, zwischen Ihren Gedichten, die Sie öffentlich vortragen, erzählen Sie auch sehr Persönliches. So auch, dass Ihnen Ihr verstorbener Mann und Ihre verstorbene Tochter in Ihren Träumen erscheinen…

Huberta Gabalier: "Für mich haben diese Träume inzwischen unendlich viel Kraft. Ich freu' mich so, wenn ich wieder einmal von ihnen geträumt habe. Da habe ich das Gefühl, dass sie da sind. Doch das war nicht immer so. Am Anfang habe ich nach den Träumen sehr viel geweint."

Was passiert in diesen Träumen?

"Einer der ersten Träume von meinem verstorbenen Mann war der, dass wir zusammen im Wohnzimmer gesessen sind. Er hat mich umarmt, und ich wollte ihn küssen. Doch dann kam im Traum unser jüngster Sohn Toni zur Tür herein … Und mein toter Mann sagte: ,Das geht jetzt nicht, wenn der Bub kommt … Aber schau'', hat er gesagt, ,REDEN können wir ja noch immer miteinander …'"

Und was träumen Sie von Ihrer verstorbenen Tochter?

"Wenn ich von ihr träume, dann immer, dass es ihr gut geht. Sie begegnet mir stets als fröhliches, lustiges Kind. In meinen Träumen ist sie meist Kind, und sie tanzt vor mir. Sie hat um den Mund herum immer so ein ganz liebes Lächeln gehabt. Mein Mann hat immer gesagt: ,Schau'! Auch wenn sie nicht lacht, lacht sie.' Ich weiß, dass es ihr gut geht. Ganz bestimmt."

Haben Sie nach dem Tod Ihres Mannes und dem Tod Ihrer Tochter eigentlich nur noch für Ihre drei Söhne Willi, Andreas und Toni weitergelebt?

„Ich glaube, wenn ich allein gewesen wäre, hätte ich es unmittelbar danach nicht geschafft. Wenn ich meine Kinder nicht gehabt hätte, wäre ich wahrscheinlich denselben Weg gegangen. Jetzt besteht allerdings keine Gefahr mehr. Weil ich einfach weiß, wie wichtig ich auch für meine Kinder bin. – Einfach als Mama da zu sein."

Wenn Sie dem Willi im Fernsehen beim Tanzen zuschauen oder dem Andreas bei einem seiner Konzerte: Sind Sie in diesen tollen Momenten 100prozentig glücklich, oder ist eine gewisse Traurigkeit und Wehmut immer da?

"Eine gewisse Wehmut kommt schon auf, aber nicht immer. Sehr oft erlebe ich auch die totale Freude, weil ich einfach sehe, wie sich die Kinder freuen. Das kann ich ganz leicht an ihren Gesichtern ablesen. Jede Mutter kennt doch ihr Kind! Zum Beispiel, der Andreas, wie der bei seinem ersten Konzert in der Wiener Stadthalle zum Schluss auf die Knie gefallen ist und den Blick nach oben gerichtet hat. Das war für mich einer der schönsten Momente meines Lebens! Denn in diesem Moment habe ich in seinem Gesicht eine totale Dankbarkeit und Freude gesehen. Ähnlich ergeht es mir, wenn dem Willi im Fernsehen ein toller Tanz gelungen ist und er sich darüber freut."

Aber was kommt danach? Können Sie derartige Glückgefühle denn sozusagen in den Schlaf retten?

"Es wird immer besser. Die Abstände zwischen den Trauer-Phasen werden größer. Aber natürlich gibt es die Trauerphasen immer noch. – In den vergangenen Monaten verstärkt bei meiner Tochter: Manchmal habe ich so eine große Sehnsucht nach ihr, dann kommen diese Anfälle kurz und heftig, aber es vergeht dann wieder. Es geht mir aber nie mehr so schlecht, wie es mir in den ersten Jahren danach gegangen ist. – Wo ich dann so erschöpft war, dass ich nicht mehr wusste, wie ich atmen sollte. – Wo ich oft einen ganzen Tag überhaupt nichts tun konnte … Was meinen Mann betrifft, ging es mir im Vorjahr ganz schlecht. Nachts konnte ich nicht schlafen und habe dann gebrochen. Ich WOLLTE alles heraus speien! Denn ich hielt diesen Schmerz und diese Trauer nicht mehr aus. Und das ist dann passiert. Danach war ich irgendwie fast wie befreit. Ich glaube, dass ich ihn loslassen konnte, dorthin, wo er jetzt ist. Auch meine Körperschmerzen sind jetzt weg. Es ist unglaublich, wie die Seele den Körper beeinflusst."

Ist eine neue Beziehung für Sie nun vorstellbar?

"Das wäre schon vorstellbar für mich, wenn es jemand wäre, der meine Seele berührt. Aber das müsste ein ganz behutsamer und achtsamer Mensch sein. Dann schon. Bisher war das aber nicht vorstellbar … Wenn mir früher jemand gesagt hätte, dass man so leben kann, hätte ich gesagt: ,Nein, das geht nicht.' Es ist ja schon so, dass ich unter der Einsamkeit manchmal sehr leide."

Würden Sie sich freuen, wenn Sie Oma werden?

"Ja sicher werde ich mich da freuen. Die sind ja alt genug. Also, wenn’s jetzt einmal ist, dann passt’s!"

Als Lehrerin sind Sie in Frühpension. Werden Sie künftig mit Lesungen im kleinen Rahmen – heute kamen bei freier Spende rund 50 Leute – öfter auf der Bühne stehen?

"Ja! Ich habe das Bedürfnis, meine Gedanken unter die Menschen zu bringen. Vor kurzem, nach einer Lesung in Tirol, erzählte mir eine zirka 40jährige Frau, dass sie seit zwei Monaten Witwe ist. Ihr Mann ist beim Bergsteigen abgestürzt. Und sie steht jetzt mit vier Kindern da. Es war eine berührende Begegnung, die ungefähr eine halbe Stunde gedauert hat. Nachher hat sie zu mir gesagt: Es hat ihr so viel gegeben … Und ich freue mich wirklich, wenn ich anderen Menschen helfen kann."

Kommen manche Zuhörer deshalb zu Ihren Lesungen, weil Sie die Mutter des Musik-Stars Andreas Gabalier sind?

"Ja! Ich profitiere natürlich von dem Namen. Das ist gar keine Frage. Aber ich mach' trotzdem mein Eigenes. Genau wie der Willi seines macht. Und der Toni wird auch seinen eigenen Weg gehen. Er ist sehr wortwitzig und erheitert uns alle. Vielleicht wird der Toni ja Kabarettist …"

Von links: Huberta Gabalier, Andreas Gabalier, Tänzerin Babsi Koitz, Willi Gabalier, Toni Gabalier

"Momente mit Promis" (Inhaltsverzeichnis)

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