"Momente mit Promis"

Kevin Costner: Ihn "schenkte" ich meiner Frau

Kevin Costner

Zu Weihnachten 2009 wollte ich meiner Ehefrau Veronika, zur Abwechslung einmal, ein wirklich unvergessliches Geschenk machen. Sie sollte ihren absoluten Lieblings-Filmstar, den Hollywood-Schauspieler Kevin Costner („Bodyguard“, „Der mit dem Wolf tanzt“), endlich einmal live sehen.

Am 19. März 2010, in der Wiener Stadthalle, war es so weit. Mit der Band „Modern West“ gab Costner, der nebenbei Sänger ist, dort sein Österreich-Konzert. Meine Frau hielt stolz eine Eintrittskarte (7. Reihe) für rund 130 Euro in der Hand. Eine (!) Karte wohlgemerkt. Zwei Karten erschienen mir etwas zu teuer. Ich blieb draußen. Ich fuhr meine Frau zwar zum Konzert. Doch wartete ich dann lieber im Lokal nebenan bei einem kühlen Bier auf sie. Hätte Kevin Costner zum selben Preis die damals noch lebende Whitney Houston mitgebracht, hätte ich mich breitschlagen lassen. Aber er alleine, singend? Nö!

Gleich nach der Show, gegen 22.30 Uhr, kam meine Frau – wider Erwarten - zu mir zurück. Sie war wie in Trance!
Auf meine Frage: „Na, wie war er denn?“, antwortete sie Folgendes: „WIE Kevin Costner in die Halle kam, also das war der Hammer! Er kam nicht – er erschien! Er ,schwebte’ geradezu hinter der letzten Zuschauer-Reihe kommend, Treppe für Treppe, mitten durchs Publikum herab in Richtung Bühne. Auf den Stufen drehte er sich mehrmals ganz langsam im Kreis, sodass ihn alle seine Fans ganz genau sehen konnten. Es gab sofort ,Standing Ovations‘ für ihn! Dieser Mann strahlt so eine gelassene Ruhe aus, sodass ich das Gefühl hatte, er hat den ganzen Saal unter Kontrolle. Er winkte uns zu. Er lächelte auch MICH an! Obwohl ich wusste, dass sein Lächeln allen 1500, vor allem Damen, im Saal galt, fühlte ich mich doch irgendwie angesprochen ... Er schüttelte Hände. Auf einmal stand er ganz dicht neben mir! Beim Vorbeigehen streifte er sogar meinen Oberarm – mit seinem Oberarm! Übrigens, danke für den guten Sitzplatz gleich beim Mittelgang. Somit konnte ich sogar sein Parfüm riechen! Und ich sage dir: So hat noch kein Mann gerochen! Es war eine raffinierte Duft-Mischung aus einer frischen süßen und herben Note. Ich sage dir: ER (!) war so souverän …“

Als ich von meiner Ehefrau am Heimweg, ziemlich geknickt, dann doch auch noch irgendwie wissen wollte, wie Kevin Costners Gesang denn so war, meinte sie ziemlich forsch: „Das ist doch egal! Ich habe Kevin Costner live gesehen und sogar gespürt und gerochen. Und nur das zählt!“

Da fiel mir sofort der „Wunderheiler“ Braco ein!
Bei seinen sogenannten „Schau-Shows“ stellt Braco sich einfach nur vors Publikum und schaut in die Menge. Danach fühlen sich viele Zuschauer offenbar besser und manche sogar geheilt…

Nach den Erzählungen meiner Ehefrau hätte ich für Kevin Costner ein darauf aufbauendes Geschäftsmodell parat. Wäre ich Costners Manager, würde ich zu ihm sagen:
„Kevin, vergiss künftig deinen Gesang! Vergiss deine Band! Und vergiss auch den ganzen damit verbundenen Konzert-Aufwand! Ab sofort stellst du dich in diversen Veranstaltungshallen, die dich buchen, einfach nur hin, drehst dich im Kreis – und schaust!
Jene Zuschauerinnen, die für ihre Eintrittskarte, sagen wir, 90 Euro bezahlt haben, dürfen dich zwei Stunden lang anschauen.
Inhaberinnen von 130-Euro-Tickets dürfen zwischendurch einmal zur Bühne kommen und an dir schnüffeln.
Und die VIP-Karte um 190 Euro beinhaltet sogar eine einmalige Berührung – egal wo…
Und wenn du nicht glauben kannst, dass es dafür auch tatsächlich ein Publikum gäbe, dann ruf‘ doch am besten jetzt gleich die Frau Vukits aus Wien an. Denn DIE würde sich ganz bestimmt sehr freuen…“

"Momente mit Promis" (Inhaltsverzeichnis)

powered by contentmanager.cc